7 Papierschredder im Vergleich – Wir finden den Aktenvernichter Testsieger für dich

Wenn du dir einen Aktenvernichter anschaffen möchtest, gilt es zunächst den Einsatzweck zu bedenken: Soll das Gerät für Zuhause oder für das große Büro geeignet sein? Auf den ersten Blick lassen sich viele der Geräte im Aktenvernichter Test einer jeweiligen Kategorie zuordnen. Manche Geräte sind eher klein und kompakt und meist nicht in der Lage mehr als zehn Seiten gleichzeitig zu zerkleinern, was für den Privatmenschen zuhause vollkommen ausreicht. Andere Papierschredder hingegen haben einen sehr großen Auffangbehälter und verfügen zudem über Rollen, was sie zu einem geeigneten Bürogerät macht.

Die Fähigkeit möglichst viele Blätter gleichzeitig und mit der vorgegebenen Sicherheitsstufe zu zerkleinern, ist eines der Hauptkriterien im Aktenvernichter Test. Die von uns getesteten Geräte erfüllen bis auf eine Ausnahme alle mindestens die Sicherheitsstufe P-4. Diese lässt einen einfachen Streifenschnitt nicht mehr zu, sondern erfordert einen Partikelschnitt. Der Rexel Aktenvernichter ist das einzige getestete Gerät, das laut Herstellerangabe nur die Sicherheitsstufe P-3 erfüllt. Aber selbst er zerkleinert das Papier in kleine Schnipsel und nicht mehr in Streifen.

Sieben Aktenvernichter stellen sich Michaels Test

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität: Welche Verarbeitungsqualität weist der Aktenvernichter auf und wie zuverlässig arbeitet er?
  • Funktionalität: Wie groß ist der Funktionsumfang des Aktenvernichters, welche Bedien- und Anzeigemöglichkeiten gibt es? Wie komfortabel ist die Entleerung des Auffangbehälters?
  • Ergonomie:  Wie laut ist das Gerät beim Zerkleinern? Entstehen Verschmutzungen und lassen sich diese leicht entfernen?
  • Schnittqualität: Wie sieht das Schnittgut aus? Erfüllt es die vorgegebenen Sicherheitsaspekte in puncto Größe der Schnipsel?
  • Schnittgeschwindigkeit: Wie schnell zerkleinert der Schredder eine vorgegebene Menge Papier?

Testsieger: AmazonBasics Aktenvernichter

Unter allen getesteten Aktenvernichtern hat uns der „AmazonBasics Kreuzschnitt-Schredder AU1565XA“ über alle Kategorien hinweg überzeugt und ist damit der klare Testsieger. Der Schredder mit dem großen Auffangbehälter lässt sich eindeutig der Kategorie „Bürogerät“ zuordnen, da er 15 Blatt problemlos gleichzeitig zerkleinert. Außerdem ist er komfortabel und intuitiv zu bedienen. Mehr Infos zum Testsieger bekommst du im ausführlichen Einzeltest zum AmazonBasics Aktenvernichter.

Preis-Leistungs-Sieger: Fellowes Powershred 8Cd

Der Fellowes Aktenvernichter „Powershred 8Cd“ ist ganz klarer Preissieger. Mit einem Preis von nur knapp über 50 €* ist er mit Abstand das günstigste Gerät im Test. Uns überzeugt er jedoch nicht nur durch den Preis, sondern vor allem auch durch den Funktionsumfang. Er schreddert Dokumente mit Heftklammern, CDs und Kreditkarten. Der Fellowes ist der kompakteste Aktenvernichter im Test und somit das ideale Heimgerät. Möchtest du mehr über unseren Preis-Leistungs-Sieger erfahren, dann lies dir den Einzeltest zum Fellowes Powershred 8Cd durch.

Alle weiteren Aktenvernichter im Test

Die folgenden fünf Aktenvernichter haben es zwar nicht aufs Siegerpodest geschafft. Aber sie haben ihre ganz eigenen Besonderheiten, die sie vielleicht zum idealen Schredder für deine Bedürfnisse machen.

Schreddert dicke Stapel: Dahle Aktenvernicher

Der „Dahle Aktenvernichter 35080“ ist ein ernst zu nehmender Konkurrent zum Testsieger von AmazonBasics. Er überzeugt durch einen vollen Funktionsumfang und einen großen Auffangbehälter. Zusätzlich verfügt das Modell über die Möglichkeit Papierstapel von bis zu 80 Blatt auf einmal zuzuführen. Das Vernichten eines ganzen Stapels dauert dann zwar länger als wenn du es in kleineren Mengen zuführst. Allerdings erledigt das Gerät das Zerkleinern völlig selbstständig und erspart dir dadurch Zeit.

Das Fassungsvermögen ist mit 17 Litern im Vergleich zur Schnittleistung relativ klein. Das fällt aber trotzdem nicht negativ auf, da der Dahle die Dokumente in sehr feine Papierschnipsel zerkleinert, die im Auffangbehälter wenig Platz wegnehmen. Der Aktenvernichter hat aufklappbare Abdeckungen über dem Schneidwerk, die nach dem Öffnen eine gute Möglichkeit zur Reinigung bieten. Als Nachteil sehen wir die hohe Lautstärke.

Mittelklasse: Leitz Aktenvernichter

Der Aktenvernichter „80090000 IQ Home Office“ der Marke Leitz gibt sich selbst schon im Namen als Privatgerät zu erkennen. Dem können wir nach dem Test auch zustimmen. Einzig das große Fassungsvermögen und die damit verbundene große Bauform vermitteln den Eindruck, dass sich der Leitz Aktenvernichter sich auch fürs Büro eignen könnte. Doch für eine intensive Beanspruchung halten wir ihn nicht geeignet.

Die Bedienung über die Touch-Knöpfe ist sehr gewöhnungsbedürftig und nicht zufriedenstellend, da du die Tasten sehr lang und fest drücken musst. Das ist bei weitem nicht mit der Touch-Bedienung vergleichbar, wie wir sie von unseren Handys oder Tablets kennen.

Nachteilig ist auch, dass es keinen manuellen Start gibt. Falls sich noch Papierschnipsel im Schneidwerk befinden, kannst du das Gerät nicht erneut starten, um die Papierreste zu beseitigen. Ansonsten liefert der Leitz solide Ergebnisse, ohne groß positiv oder negativ aufzufallen. Damit bewegt er sich im Mittelfeld des Testfeldes. Der Leitz ist nach dem Fellowes das zweitgünstigste Gerät.

 

Sonderformat mit Tücken: Rexel Aktenvernichter

Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass der Rexel Aktenvernichter „Auto+ 60X“ anders ist. Die Bauform weicht von den anderen Testkandidaten ab. Er ist deutlich flacher und länglicher, was dir beim Aufstellen neue Möglichkeiten bietet. Er passt beispielsweise gut auf den Schreibtisch oder ins Regal. Die Verarbeitungsqualität der Obermaterialien überzeugt sofort und das Gerät macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Möglichkeit, Papierstapel von bis zu 60 Blatt inklusive Heftklammern und Büroklammern einzuführen, klingt ebenfalls überzeugend.

Der erste Test zeigt, dass das Gerät sehr leise arbeitet. Also das ideale Bürogerät? Doch dann kommt die Ernüchterung. Immer wieder kommt es während des Einzugs der Blätter aus dem Papierstapel zum Stoppen. Die Blätter müssen wir dann per Hand herausziehen. Noch während des ersten Papierstapels kommt es außerdem zum Papierstau, weil der Auffangbehälter voll zu sein scheint. Als wir den Behälter öffnen, zeigt sich, dass sich die Papierschnipsel bauartbedingt nicht gleichmäßig verteilen. Stattdessen türmen sie sich am hinteren Teil des Auffangbehälters auf und erzeugen damit den Rückstau.

Obwohl der Behälter erst halbvoll ist, führt der aufgetürmte Inhalt beim Rexel schon zum Papierstau

Beim Öffnen und Schließen fallen Papierschnipsel aus dem Gerät. Der Rexel ist zudem der einzige Aktenvernichter im Test, der laut Herstellerangabe nur die Sicherheitsstufe P-3 erfüllt. Für den Privatgebrauch ist das aber völlig ausreichend. Auch einige Unternehmen werden mit dieser Sicherheitsstufe gut zurecht kommen, wenn sie nur wenige sensible Dokumente vernichten müssen. Durch diese Kritikpunkte wird der positive erste Eindruck aber dennoch getrübt und das Gerät landet nur im Mittelfeld des Aktenvernichter Tests.

Leidet an Papierstau: IDEAL Aktenvernichter

Der Aktenvernichter „2245“ von IDEAL konnte im Test nicht ganz überzeugen. Einzig die sehr gute Schnittqualität, der relativ große Auffangbehälter und das im Lieferumfang enthaltene Schmieröl stechen positiv heraus.

Ansonsten kann dar Schredder als eines der teuersten Gerät im Test keine weiteren Pluspunkte sammeln. Minuspunkte hingegen gibt es leider einige. So verfügt der Aktenvernichter über keinerlei Anzeigen oder Bedienknöpfe abgesehen vom Startknopf. Das Papierfach besitzt kein Sichtfenster und du kannst es auch nicht über ein Schubfach öffnen. Du musst jedes Mal den schweren Schneidkopf abnehmen. Der IDEAL ist mit sechs Blatt, die er laut Herstellerangabe gleichzeitig vernichten kann, ebenfalls das Schlusslicht. Und selbst damit ist er überfordert. Während des Tests kommt es häufig zu Papierstau. Den müssen wir manuell, also durch rabiates Ziehen, aus dem Gerät entfernen, da es keine Reverse-Taste gibt.

Wird den Erwartungen nicht gerecht: Peach Aktenvernichter

Der Peach „PS500-70“ kann im Test nicht überzeugen. Die angegebenen 14 Seiten, die er gleichzeitig zerkleinern können soll, schafft er im Test nur selten. Selbst weniger Seiten führen häufig zum Papierstau. Der ist selbst mit der manuellen Reverse-Taste nicht zu beheben. Mehrmals müssen wir das halb eingezogene Papier aus dem Schneidwerk reißen.

Das ganze Gerät wirkt nicht gut verarbeitet. Das Fach für die zerkleinerten Schnipsel ist sehr hakelig und verklemmt beim Rausziehen und Einführen. Die Schnittqualität ist von allen getesteten Geräten die schlechteste und kann uns nicht überzeugen.

So haben wir getestet

Im Aktenvernichter Vergleich nehmen wir neben den reinen Fakten und Abmessungen vor allem die tatsächliche Bedienung und Handhabung unter die Lupe. Um die Schnittgeschwindigkeit zu ermitteln, führen wir in jedes Gerät die gleiche Anzahl an Papier ein. Dabei messen wir die Lautstärke.

Jedes Gerät haben wir mit den üblichen Beanspruchungen eines Aktenvernichters ausgesetzt: Also Papier zerkleinern, einen Papierstau beseitigen, Reste aus dem Schneidwerk entfernen, Auffangbehälter auf Füllstand prüfen und entleeren.

Die Qualität des Schnittes bewerten wir ebenfalls. Hierbei achten wir neben der reinen Größe der Schnipsel auch darauf, ob die einzelnen Papierfetzen zusammen hängen bleiben und ob es viele Fehlschnitte gibt.

Die Lautstärkemessung ist ein wichtiger Schritt beim Aktenvernichter Test

Darauf solltest du beim Kauf eines Aktenvernichters achten

Zuerst solltest du dir die Frage stellen, für welchen Zweck du den Aktenvernichter brauchst. Willst du ihn regelmäßig im Büro nutzen und es fallen große Mengen an Papier an? Dann sind der AmazonBasics und der Dahle die Schredder deiner Wahl. Möchtest du ganze Papierstapel einlegen können, so kommen nur die Testkandidaten von Dahle und Rexel infrage. Benötigst du den Aktenvernichter für die private Anwendung und es geht dir eher darum, ab und an einen Kontoauszug oder Rechnungen unkenntlich zu machen? Dann bist du mit dem Fellowes Powershred bestens bedient. Ist es erforderlich, dass auch Kreditkarten oder CDs gemäß den Datenschutz-Richtlinien zerkleinert werden, sind der Leitz, der Peach und der Ideal Aktenvernichter nicht die richtige Wahl.

Neben dem reinen Zerkleinerungsvorgang solltest dir auch Gedanken um die Entleerung und Reinigung machen. Wirst du sehr viel Papier zerkleinern, sollte der Auffangbehälter möglichst groß sein und sich gut entnehmen lassen. Im Idealfall gelingt das, ohne dabei immer das Schneidwerk abnehmen zu müssen. Diese Kriterien erfüllen sowohl der AmazonBasics, als auch der Dahle und der Peach.

Welche Sicherheitsstufe sollte mein Aktenvernichter erfüllen?

Die notwendige Sicherheitsstufe hängt vom Einsatzgebiet ab. Benutzt du deinen Aktenvernichter nur Zuhause ist eine Sicherheitsstufe nicht zwingend erforderlich. Aber natürlich fühlst du dich auch beim Hausgebrauch wohler, wenn vertrauliche Dokumente und Daten sicher geschreddert in der Papiertonne landen. Mit allen unseren Kandidaten im Aktenvernichter Test bist du in puncto Sicherheit im Privatgebrauch gut beraten, denn sie erfüllen die Sicherheitsstufen P3 bis P4.

Anders sieht es aus, wenn du den Aktenvernichter im Büro, der Praxis oder gar einer Behörde benutzen möchtest. Hier können die Sicherheitsstufen der Datenschutzgrundverordnung (kurz DSGVO) notwendig sein. Die DSGVO führt zum Schutze personenbezogener Daten unterschiedliche Kennwerte und Richtlinien bei der Beseitigung von Dokumenten. In der DIN 66399-2 sind hierfür seit 2012 Sicherheitsstufen für Aktenvernichter festgelegt. Diese Norm legt für unterschiedliche Materialien wie Papier oder CDs entsprechende Anforderungen an das Schnittgut fest. Dieses unterscheidet sich in erster Linie an der Größe der Papierfetzen.

Für Papier gibt es die Stufen „P-1“ bis „P-7“, wobei P-7 für die strengsten Anforderungen und damit die kleinsten Schnipsel steht. Diese Stufe wird beispielsweise für Akten des Geheimdienstes verwendet. Normale Unternehmen kommen in der Regel mit den Stufen P3 bis P6 gut zurecht, je nachdem, ob sie sich beispielsweise gegen Wirtschaftsspionage schützen müssen oder sensible Personendaten verarbeiten. Alle unsere Testkandidaten erfüllen die Sicherheitsstufe P4, die sich beispielsweise für Personalakten, Adressdaten oder Rechnungen im unternehmerischen Umfeld eignet. Einzige Ausnahme stellt der Rexel Aktenvernichter dar, der die Stufe P3 erfüllt.

Wichtige Fragen zum Thema Aktenvernichter

* Alle Preise Stand Januar 2020