Luftfeuchtigkeitsmesser: Hygrometer mit verschiedenen Funktionen

Hygrometer für Zuhause messen Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchte ist der Anteil an Wasserdampf in unseren Räumen. Maximal sind 100 Prozent möglich. Die „relative Luftfeuchtigkeit“ gibt ein digitales Hygrometer immer mit einer Prozentzahl an. Diese hängt allerdings von der Temperatur ab. Je höher die Temperatur der Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen und desto höher ist der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit. Ab 60 Prozent besteht Schimmelgefahr – zum Beispiel im Keller, im Bad oder hinter den Schränken im Schlafzimmer. Dann solltest du lüften, um trockenere und kühlere Luft gegen die feuchte auszutauschen. Im Sommer strömt allerdings warme Luft hinein. Dadurch steigt beim Hygrometer der Wert für die Feuchtigkeit. Hier lüftest du am besten in den kühlen Morgen- und Abendstunden.

Tipp: Es empfiehlt sich im Schlafzimmer und Keller zu messen, da hier die Gefahr am größten ist. Du solltest in diesen Räumen ein Hygrometer in den schlecht belüfteten Ecken aufstellen.

Wer ein digitales Hygrometer kaufen will, kann sich zwischen einfachen kleinen Messgeräten und komplexeren Modellen entscheiden. Diese kommen beispielsweise mit vielen Zusatzfunktionen und bis zu drei Sensoren für mehrere Räume. Sie variieren in Qualität, Bedienkomfort und Funktionalität. Gibt es einen Schimmelalarm mit Signalton? Oder den Hinweis „bitte lüften“?  Wie sieht es mit einer Weckfunktion aus? Erstaunlich sind die Schwankungen bei den Messungen: Unterschiede von bis zu 10 Prozent sind bei der relativen Luftfeuchtigkeit möglich.

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität: Neben dem Design des Hygrometers bewerten wir auch die Verarbeitung – wie stabil ist zum Beispiel der Standfuß? Sind die Knöpfe klapprig oder solide verarbeitet?
  • Bedienkomfort: Hier geht es vor allem um die Benutzerfreundlichkeit der Hygrometer. Wie intuitiv ist die Menüführung? Wie lange braucht man für die erste Inbetriebnahme? Ebenso wollen wir wissen, ob Werkzeug oder Batterien benötigt werden. Wie gut ist die Bedienungsanleitung und finden sich dort gute Erklärungen und Ratschläge?
  • Funktionalität: In dieses Kriterium fließen Noten zur Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Anzeige sowie die Anzahl sinnvoller Zusatzfunktionen ein. Ebenso die Stabilität der Messwerte und die Funktionsfähigkeit der Sensoren.

Wir testen 10 Hygrometer in unterschiedlichen Räumen

Unser Testsieger: Bresser Funk-Hygrometer – einfache Handhabung und übersichtlich

Unter unseren zehn getesteten Geräten bietet das Bresser Funk-Hygrometer als einziges einen Touchscreen. Auf dem Display siehst du alle Funktionen deutlich auf einen Blick. Es zeigt alle nötigen Informationen: die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Innenraum, ebenso wie die durch den Außensensor gemessenen Daten. Zusätzlich ist auch die Uhrzeit zu sehen. Uns gefällt vor allem die einfache Symbolsprache. Es dauert in unserem Test nur zwei Minuten, bis sich der erste stabile Wert einstellt. Die Schwankungen sind im üblichen Rahmen.

Spielerisch und praktisch

Wer es einfach und klar mag, wird das Bresser Hygrometer lieben. Ein gefüllter Wassereimer im Display zeigt an, wenn es zu feucht ist. Lässt die Luftqualität zu wünschen übrig, dann kommt die Aufforderung zu lüften. Simpler, aber dennoch funktionaler geht es nicht. Dank der Beleuchtungstaste ist die Anzeige selbst in dunklen Ecken sehr gut lesbar. Die Anleitung ist gut. Zu bemängeln ist allenfalls die Display-Beschriftung in englischer Sprache. Das ist aber bei fast allen Geräten der Fall. Wenn jetzt noch eine Batterie im Lieferumfang wäre, gäbe es rein gar nichts zu bemängeln. Auch den Preis von etwa 26 Euro* bei Amazon empfinden wir als definitiv angemessen.

Das Hygrometer von Bresser zeigt dir auf dem Display alle Funktionen übersichtlich an

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Thermo-Hygrometer TFA Dostmann Moxx

Dieses digitale Hygrometer misst genau das, was es soll: die relative Luftfeuchtigkeit im Keller, in der Garage oder im Wohnzimmer. Du stellst es auf und es funktioniert. Die Ziffern sind gut lesbar und ein Smiley sagt dir, ob der Wert ok ist. Die weiteren Hinweise in der Anleitung könnten für unseren Geschmack ausführlicher sein. Mehr dazu erfährst du im detaillierten Einzeltest des TFA Dostmann Moxx.

Unser Designsieger: Dezent, weiß und schick – damit punktet das Stadler Form Selina

Was uns besonders am Stadler Form Selina gefällt, ist seine schlichte elegante Form. Es sieht fast aus wie ein kleines Designobjekt. Das Display ist nur vier Millimeter dick und nahezu durchsichtig. Definitiv zu schade, um die Schimmelgefahr im Keller zu messen. Das Stadler Form Selina wünscht sich einen Platz auf der Kommode im Schlafzimmer oder im formschönen Designerregal im Wohnzimmer. Es zeigt Temperatur, Feuchtigkeit und die Uhrzeit an. Ein Smiley lässt uns sofort wissen: Die Luftfeuchtigkeit ist in Ordnung.

Negativ bewerten wir, dass keine Bedienungsanleitung beigefügt ist. Auf der Webseite suchen wir schon etwas länger, um die Details der Inbetriebnahme zu finden. Eigentlich ist ja fast alles selbsterklärend, aber die Info wie die Uhrzeit eingestellt wird, suchen wir vergeblich. Mit einem spitzen Gegenstand stichst du in winzige Ausbuchtungen. Wer das kennt, für den ist es nicht schwer, aber ein kleiner Hinweiszettel würde nicht schaden. Wem Stil und Form wichtiger sind als Zusatzfunktionen, der wird täglich gerne auf dieses Display schauen.

Das Modell von Stadler überzeugt uns mit seinem schlichten Design

So haben die übrigen Hygrometer im Test abgeschnitten

Die Geräte unterscheiden sich in ihren Zusatzfunktionen zum Teil erheblich. Du solltest also wissen, zu welchem Zweck du das digitale Hygrometer konkret benötigst. Die Bewertungen liegen teils eng beieinander. Mal ist das Design besonders schön, mal der Bedienkomfort elegant gelöst. Entscheidend ist, ob du Sensoren benötigst oder nicht. Diese funktionieren nur ohne störende Betondecken, weil der Funk damit unterbrochen wird. Wer also im zweiten Stock wohnt und in seinem Keller die Schimmelgefahr im Auge behalten möchte, schafft sich besser ein kleines günstiges Hygrometer genau für diesen Raum an. Wer Bad, Kinderzimmer oder den angrenzenden Dachboden kontrollieren möchte, dem ist mit extra Sensoren gut geholfen. Reicht dir ein Smiley-Symbol, das anzeigt, ob sich die Luftfeuchtigkeit im Rahmen befindet oder ist dir der genaue Wert bis auf die Stelle hinter dem Komma wichtig? Diese Kriterien solltest du vorm Kauf überdenken.

Sehr genaue Messwerte: Testo–608–H1

Das Testo Hygrometer misst genau, die Toleranzwerte sind wirklich gering. Das beiliegende Kalibrierprotokoll zeigt schon, dass hier auch die Stelle hinter dem Komma wichtig ist. Das Design ist kompakt und die Bedienfreundlichkeit überzeugt, weil die Tasten zum Einstellen vorne angebracht sind. Die Verarbeitung ist stabil, die Lesbarkeit der Anzeige gut. Es ist eine Batterie und sogar ein Dübel für die Wandmontage beigefügt. Da hat jemand mitgedacht! Zusatzfunktionen hat das Gerät nicht. Weder eine Uhr, noch eine Alarmfunktion beim Überschreiten eines Grenzwertes. Jedoch kannst du die gespeicherten Minimal- und Maximalwerte auswerten. Dafür wird auch der Taupunkt angegeben. Leider liegt das Gerät mit 70 Euro* auf Amazon im hochpreisigen Segment.

Der Testo Hygrometer bietet zwar keine Zusatzfunktionen, überzeugt aber mit seinem kompakten Design

Exakte Messung: Hygrometer Venta – 6011000

Das Venta Hygrometer 6011000 misst exakt und bietet viele Alarmfunktionen. In der Anleitung sind die Messbereiche exakt angegeben, ebenso wie sich die Feuchtkugeltemperatur (tiefste Temperatur bei direkter Verdunstkühlung) ablesen lässt. All das deutet darauf hin, dass du dieses Hygrometer auch professionell nutzen kannst - wie zum Beispiel in Klima- und Lagerräumen. Es ist robust, funktional und die Menüführung gestaltet sich beim Einstellen einfach. Die Tasten sind vorne angebracht und erleichtern somit die Bedienung. Die Messung ist nach wenigen Minuten stabil. Insgesamt ein absolut empfehlenswertes Produkt, vor allem wenn dir exakte Werte wichtig sind. Das Design mag dem einen oder anderen etwas schlicht erscheinen.

Gute Bedienungsanleitung und kluge Menüführung: TFA Dostmann Comfort Control

„Comfort Control“ ist die richtige Beschreibung für dieses Dostmann Hygrometer. Die logische, sehr einfach zu verstehende Anleitung bietet zudem viele gute Ratschläge. Für die Menüführung hat sich der Hersteller kluge Lösungen einfallen lassen. Die Bedientasten sind seitlich am Gehäuse angebracht. Auf der Rückseite kannst du drei Luftfeuchtigkeitsgrade einstellen, falls es dir nicht auf die Stelle hinter dem Komma ankommt. Das erscheint uns äußerst sinnvoll. Das Gerät gibt auch den Taupunkt (relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent) im Display an - die exakter Tabelle findest du in der Anleitung. Die Schimmelgefahr ist optisch und durch einen Piepton erkennbar, der ertönt, wenn die relative Feuchtigkeit über 65 Prozent steigt. Die Messung ist präzise. Der Hersteller lobt die schnelle Reaktionszeit, die Messung hat in unserem Test jedoch etwa 10 Minuten gedauert. Bei ungünstigem Lichteinfall können wir die Anzeigen nicht optimal ablesen.  

Bei Schimmelgefahr gibt das Hygrometer TFA Dostmann Comfort Control einen Piepton 

Drei Funksensoren: Bresser Temeo Hygro Quadro DLX

Die Bedienfreundlichkeit des Geräts ist auf den ersten Blick fantastisch. Per Funk funktionieren nahezu alle Einstellungen automatisch. Die Kanäle für die drei Außensensoren sind farblich gekennzeichnet und lassen sich beschriften. Das bewerten wir als sehr gut. Du kannst also vier Räume gleichzeitig überwachen. Das Bresser Temeo Hygro Quadro DLX bietet Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung, Uhrzeit sowie eine Weckfunktion. Das Display ist gut lesbar und auch beleuchtet. Alles ist übersichtlich angeordnet und die Beschriftung Deutsch. Die Bedienungsanleitung ist eher kurz, für die schnelle Inbetriebnahme wären etwas ausführlichere Darstellungen sinnvoll. Positiv bewerten wir, dass die Basisstation auch per Netzstecker betreibbar ist. Zwei Aspekte sind zu bemängeln: Du musst sechs Batterien kaufen und benötigst einen winzigen Kreuzschraubendreher, um diese in die Sensoren einzusetzen. Der ist nicht in jedem Haushalt verfügbar. Ein Versuch, die Klappen der Sensoren mit einem Messer zu öffnen scheitert, da die kleinen Schrauben schnell beschädigt werden. Hier wäre es praktisch, ein passendes Werkzeug dem Set direkt beizufügen. Leider funktioniert in unserem Test ein Sensor nicht. Auch nach zweimaligem Neustart zeigt er immer 20 Prozent Luftfeuchtigkeit an, was nicht stimmt.

Durch die farbliche Kennzeichnung der Kanäle für die drei Außensensoren behältst du den Überblick

Display gut lesbar: Beurer HM 16

Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, drei Symbole (Thermometer, Regentropfen, Smiley) – das genügt eigentlich, um mit einem Hygrometer einen Raum zu kontrollieren. Das Gerät von Beurer ist angenehm schlicht im Design und die Menüführung simpel. Die Anzeige lässt sich bei jedem Licht gut ablesen und die Ziffern sind groß. Bei der guten Verarbeitung bemängeln wir allein den recht zarten Tischaufsteller. Bis das Gerät veränderte Messwerte anzeigt, kann es bis zu 15 Minuten dauern. Wenn du im Keller darauf wartest, wird das schon mal langweilig. Die Bedienungsanleitung ist dafür sehr kurz geraten.

Mit Schimmelfunktion: Der ADE WS 1701

Dieses große Hygrometer von ADE bietet auch ein großes Display. Allerdings ist der meiste Platz für die blinkenden Anzeigen „too dry“ bis „too wet“ reserviert. Unserer Einschätzung nach irritiert das ein wenig und muss in dieser Ausführlichkeit nicht sein. Dass alle Bezeichnungen in Englisch sind, daran kann man sich gewöhnen. Die Begriffe „Mold“ oder „Dew Point“ müssen einige von uns vielleicht nachschlagen. Positiv ist: Der Schimmelalarm funktioniert! Die Werte werden nach wenigen Minuten angezeigt. Etwas nervig ist die Einstellung: Da die Tasten der Menüführung hinten sind, musst du dich konzentrieren und schnell reagieren. In der guten Anleitung ist zwar alles beschrieben, aber wenn du beispielsweise nicht schnell genug zwei Mal UP oder MODE drückst, musst du wieder von vorne beginnen. Das ist für die erste Programmierung der Alarmwerte nicht wirklich komfortabel.

Das Hygrometer ADE WS 1701 bietet ein sehr großes Display

Drei Funksensoren: ADE WS 1823

Die Verarbeitung des ADE Thermo-Hygrometers ist gut. Die Reaktionszeit der Sensoren in ist angemessenen, die Werte schwanken im Normalbereich. Die Lesbarkeit der Anzeige und die Beleuchtung sind gut. Die Bedienungsanleitung empfinden wir als ausreichend. Gewöhnungsbedürftig sind die amerikanische Anzeige: erst der Monat, dann der Tag. Nachteilig ist auch, dass du die Sensoren nicht beschriften kannst. Da weißt du nach kurzer Zeit vielleicht nicht mehr, welcher Sensor auf der Basisstation den Wert aus welchem Raum anzeigt. Die Menüführung ist etwas schwierig, da die Tasten hinten am Gerät angebracht sind. Das Hygrometer bietet auch eine Weckfunktion. Hier kannst du die Lautstärke allerdings nicht verändern. Leider empfinden wir sie beim Testen als zu leise.

So haben wir die Hygrometer getestet

Wir haben in einer Neubau-Gartenwohnung getestet und im Keller im zweiten Untergeschoß. Die Luftfeuchtigkeit in diesem Keller liegt im Sommer ohne Entfeuchter nahezu konstant über 65 Prozent. Daher können wir dort die Hygrometer mit der Zusatzfunktion Schimmelalarm (ADE WS 1701, Venta und Testo) und dem Übergang von lachendem zu weinendem Smiley (Stadler, Beurer und TFA Moxx) bei erhöhter Feuchtigkeit gut testen. Hier haben alle Geräte ihren Dienst gut verrichtet. Problematisch sind Hygrometer mit Sensoren. Denn durch zwei Betondecken kommt das Funksignal nicht durch. Wo genau die Grenze der Funkübermittlung liegt, lässt sich nicht ermitteln. Entscheidend ist die Zeit, die du brauchst, um ein Modell in Betrieb zu nehmen. Bei manchen dauert es nur wenige Minuten – auch ohne Hilfe der Bedienungsanleitung. Bei anderen mit mehreren Sensoren dauert es auch schon mal 20 Minuten, da wir erst das richtige Werkzeug finden müssen, um den Batteriedeckel zu öffnen. Das gibt Punktabzug!

Im Zweifelsfall musst du hier ein entsprechendes Feinwerkzeug kaufen, da beispielsweise ein Messer schnell die kleine Schraube zerstört. Wir bemängeln auch, dass du erst einige Batterien besorgen musst, ehe es losgehen kann. Die hat kaum jemand in der Menge daheim auf Vorrat. Deutliche Abweichungen gibt es auch in der Zeitspanne bis vom Gerät ein erster stabiler Wert ablesbar ist. Wenn ein Gerät mal etwas länger braucht, finden wir das jedoch nicht so tragisch. Wer die Luftfeuchtigkeit überwachen will, benötigt sowieso eine kontinuierliche Messung. Entscheidend ist hingegen die Funktionalität der Tasten. Wenn du das Gerät immer umdrehen musst, um zu sehen auf welche Taste du gerade drückst, bist du bei der ersten Inbetriebnahme schnell genervt. Deshalb ist eine frontale Bedienung komfortabler. Oder gar mit einem Touchdisplay, wie wir es vom Handy kennen.

Das solltest du vor dem Kauf eines Hygrometers beachten

Du solltest dir auf jeden Fall vor der Produktauswahl überlegen, zu welchem Zweck du das Hygrometer wirklich benötigst. Prüfe auch, ob Betondecken die Funksignale behindern können. Wer sein Hygrometer auch als Uhr oder Wecker nutzen möchte, sollte auf diese Zusatzfunktionen achten. Das Display sollte sich zudem gut ablesen lassen. Ein Schimmelsignal macht nur dann Sinn, wenn das Hygrometer in einem Raum steht, wo du es auch hören kannst. Smileys zeigen dir direkt an, wie es um die Luftfeuchtigkeit in deinen Räumen bestellt ist. Die Betriebsart unterscheidet sich bei den Geräten nicht wirklich. Nur eines der getesteten Produkte ist auch mit einem Netzstecker zu betreiben, alle anderen benötigen Batterien.

Wichtige Fragen zu Thermo-Hygrometern

*Alle Preise Stand August 2019