Welcher Dörrautomat ist der beste? – 10 Geräte getestet

Mit einem praktischen Dörrautomat verwertest du deine gesamte Obst- und GemüseernteDafür schneidest du die Leckerbissen in Scheiben und legst sie auf die Tabletts im Inneren der Automaten. Über mehrere Stunden hinweg entziehen die Geräte dem Dörrgut dann bei einer konstanten Temperatur von maximal 70 Grad Feuchtigkeit. Vitamine, Mineralien und Nährstoffe bleiben dabei erhalten. So kommt die gesunde Kost schadlos über den Winter. Die zehn von uns getesteten Dörrautomaten zeigen: Es gibt große Unterschiede bei den Zubereitern von Dörrobst, Fruchtleder und Gemüsechips. Sie reichen vom Preis der Automaten bis hin zur Verarbeitungsqualität und zur Lautstärke. 

Diese Kriterien sind uns im Dörrautomaten Test wichtig

  • Verarbeitungsqualität: Uns interessiert besonders, wie hochwertig Gehäuse und Tabletts verarbeitet sind. Je besser die Materialwahl, desto häufiger können die Geräte schließlich verwendet werden. Außerdem wollen wir wissen, wie laut die einzelnen Dörrer während der Arbeit sind. Immerhin stehen sie ein paar Stunden in der Küche, da wünscht man sich eine eher zurückhaltende Geräuschkulisse. Außerdem: Wieviel Hitze geben die Automaten an ihre Umgebung ab und mit welcher elektrischen Leistung arbeiten sie. Mit Blick auf Umwelt und Stromverbrauch gilt hier: weniger ist mehr.
     
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Da nicht immer Erntezeit ist, spielt ein große Rolle, wie sich die einzelnen Automaten verstauen lassen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Räumlich anbauen will dafür niemand. Ebenfalls wichtig: Wie handlich lassen sich die Dörrer befüllen? Zuletzt werfen wir einen Blick auf die technische Ausstattung. Ist ein Timer an Bord, um die Dörrzeit einzustellen? Kann die Temperatur unterschiedlich eingestellt werden? Denn Profidörrer wissen: Manche Mineralien bleiben in Obst und Gemüse nur erhalten, wenn du es bei maximal 45 Grad konservierst.
     
  • Dörrergebnis: Ok, über Geschmack lässt sich nicht streiten, trotzdem haben wir exakt vier Stunden lang Äpfel, Erdbeeren und Champignons gedörrt und sie anschließend verkostet. Je knuspriger das Ergebnis, desto besser, weil dann auch mehr Feuchtigkeit entzogen worden war.

Alle Dörrautomaten auf einen Blick. Im Test haben wir besonders auf Verarbeitung, Bedienkomfort und das Dörrergebnis geachtet

Klein aber oho – der Testsieger von WMF

Der „WMF Küchenminis Dörrautomat“ sichert sich den Testsieg, weil er eine Testkategorie gewinnt und in den beiden anderen absolute Topwerte abliefert. So gut wie der WMF ist kein anderer Dörrer verarbeitet, wozu auch die robusten Tabletts aus solidem Drahtgeflecht beitragen. Wie sich der WMF Küchenmini den Sieg erdörrt hat, erfährst du im Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Der First Austria TZS

Die besten Dörrer im Test kosten um die 100 Euro, was maßgeblich am jeweils knusprigen Dörrergebnis nach vier Stunden liegt. In den Kategorien Verarbeitungsqualität (Timer und Temperatur-Regler sind vorhanden) und Bedienkomfort hält der „First Austria TZS“ allerdings bestens mit den teuren Geräten mit. Und das alles für einen günstigen Anschaffungspreis von knapp 43 Euro. So punktet der First Austria im direkten Vergleich mit dem Klarstein Bananarama mit besserer Verarbeitung. Abstriche musst du dafür beim Dörrergebnis machen. Da ist der gelbe Dörrer von Klarstein wiederum etwas besser: Nach den vorgegebenen vier Stunden im First Austria knuspert das Dörrobst noch nicht so recht. Lass ihn einfach ein wenig länger laufen, schon hast du die gleichen Knusper-Ergebnisse wie beim Klarstein und den teuren Apparaten buchstäblich im Kasten. 

Alle weiteren Dörrautomaten im Test

Am Ende gewinnt der WMF die Dörrer-Challenge mit großem Vorsprung. Dahinter reihen sich aber auch Geräte ein, die je nach Nutzung ebenfalls eine sinnvolle Anschaffung sein können. Nicht gefallen uns Heißluftschleudern, die auch die Küchentemperaturen gleich mit in die Höhe treiben, oder Brummkreisel, deren Geräusch-Emissionen in einer Küche nichts verloren haben.

Stöckli Dörrmax – Knusperchampion im preislichen Höhenflug

Der Name ist Programm: Was der „Stöckli Dörrmax“ nach vier Stunden Dörrzeit für den Gaumen liefert, ist sensationell – der absolute Knusperchampion, da reichten insgesamt nur die „WMF“-Äpfel heran. Ernüchterung dann in den Kategorien Bedienkomfort und Verarbeitungsqualität. Der Dörrmax heizt die Raumluft gleich kräftig mit auf, die 600 Watt, die er dafür abruft, hauen wärmemäßig also zu einem nicht unerheblichen Teil gleich in die Umgebung ab. Darüber hinaus verzichtet er trotz seiner knapp 140 Euro Anschaffungspreis auf einen Timer und ein Display für die Temperaturregelung. Der Drehschalter hat Stufen von 40 bis 70 Grad auf der Skala. Innerlich macht der Dörrmax ebenfalls auf geschlossene Gesellschaft, nur die oberste Lage lässt sich durch ein Fenster begutachten. Ok, das ist immerhin die Hälfte des Dörrgutes, was uns aber gleich zu einem weiteren Manko bringt: Mit nur zwei Etagen punktet der Dörrmax zwar beim Thema Aufbewahrung, bekommt die Quittung dafür jedoch bei der eher bescheidenen Füllmenge. Am Ende ist er, verglichen mit anderen Kandidaten im Testfeld, einfach zu teuer. 

Rommelsbacher DA 900 – Wuchtbrumme mit Stellplatz-Garantie

Begleitet von staunendem „Hallo“ wuchten wir den großen „Rommelsbacher DA 900“ auf die Arbeitsplatte. Ein Dörrautomat mit Backofenmaßen! Die Kapazität ist auch eine seiner großen Stärken, ebenso die wertig verarbeiteten Drahttabletts, auf denen sich das Dörrgut übersichtlich verteilen lässt. Auch sehr schön finden wir die praktische Glastür – alles im Blick, alles im Griff. Was die wuchtige Kiste aber aus dem Titelrennen wirft, ist die nach außen abgestrahlte Hitze und die Sperrigkeit. Angesichts seiner Ausmaße und seines Gewichts benötigt der große Rommelsbacher einen dauerhaften Stellplatz, den schweren Kawenzmann räumt kein Mensch in der After-Dörr-Saison freiwillig aus der Küche. Weswegen er im Vergleich mit den anderen Geräten in diesem Test absolut ins Hintertreffen gerät. Zuletzt spielt er auch preislich mit 230 Euro in einer anderen Liga, ohne dass sein Dörrergebnis an den Testsieger oder den „Dörrmax“ heranreicht. 

Der NeueBald erhältlich

Der Rommelsbacher DA900 ist so neu, dass er erst in Kürze online und im Handel zu haben sein wird. Wer aber einen geräumigen Dörrautomaten sucht, für den lohnt sich das Warten. Update: Der Verkaufsstart des DA900 ist nun für Anfang September angekündigt.

Klarstein Bananarama – günstiger Großvolumen-Dörrer

Mit dem voluminösen „Klarstein Bananarama“ Dörrcenter kannst du wirklich nichts falschmachen. Spitzenreiter ist der Klarstein bei der Füllmenge. Besonders das praktische Display kann sich sehen lassen. Hier steuerst du die Temperatur zwischen 40 bis 70 Grad. Ohnehin hängt das Gerät in der Kategorie Bedienkomfort abgesehen vom „Steba“ die komplette Konkurrenz ab. Und das bei einem moderaten Preis von 45 Euro*. Da ist es auch zu verschmerzen, dass der Klarstein bei der Verarbeitungsqualität – der Kunststoff wirkt etwas billig und die Wattaufnahme ist auch nicht so ideal – Federn lässt. Preislich liegen der „Steba“ und der „First Austria“ zwar nicht weit weg. Trotzdem müssen sich beide dem Klarstein im Testrennen ganz knapp geschlagen geben. Der Bananarama wirft 550 Watt in die Waagschale und dörrt auf bis zu sechs Etagen gleichzeitig. Gut gefällt uns zudem, dass du das Dörren dank des transparenten Materials jederzeit beobachten kannst.

Severin OD 2940 – Qualitäts-Überraschung ohne Schnickschack

Auch der „Severin OD 2940“ schrammt um Haaresbreite an der Preis-Leistungs-Trophäe vorbei. Aber nur, weil ihm der Timer und der Temperaturregler fehlen. Ansonsten präsentiert er sich als solider Automat im unteren Preissegment. Zu Buche schlägt er an der Kasse mit 41 Euro. Mit geräumigen, höhenverstellbaren Tabletts, die es dank ihres transparenten Materials erlauben, den Dörrfortschritt von außen zu begutachten. Bei der Verarbeitungsqualität klettert der Severin sogar aufs Treppchen. Und auch beim Stapeln der Tabletts, der geringen Lautstärke und der geringen Wattzahl macht sich der Dörrautomat von Severin bestens. Wer also auf einen Temperaturregler und einen Timer verzichten kann, ergattert hier einen feinen Dörrer.

Steba ED 5 – Top-Tower mit leichten Abzügen bei der Knusprigkeit

Der Steba-Turm „ED 5“  punktet schon rein optisch mit seinem Display. Für Timer und die Temperaturregelung von 40 bis 70 Grad stehen dir Tasten und eine digitale Anzeige zur Verfügung. Was ihn prompt zum Co-Gewinner in der Kategorie Bedienkomfort macht. Das bekräftigen auch das transparente Design, die Geräumigkeit der fünf Etagen und die komfortable Füllmenge. Ein paar empfindliche Abzüge gibt’s beim Dörrergebnis, da kamen nach vier Stunden noch recht saftige Früchtchen aus der Warmluft. Doch wie gesagt, durch eine längere Laufzeit lässt sich dieses Manko ausgleichen. Ebenfalls nicht ganz top: Das Material der Etagen. Das macht keinen allzu hochwertigen Eindruck. Preislich liegt der Steba mit knapp 63 Euro im Mittelfeld der Testkonkurrenz.

Rommelsbacher DA 750 – Was will uns dieser Dörrer sagen?

Angesichts des Preises für den „Rommelsbacher DA 750“ sind wir durchaus etwas enttäuscht, dass der Dörrautomat kein Display besitzt. Dennoch, funktional machen’s auch die zwei Drehregler fürs Timing und die Temperatur. Allerdings lassen sich bei der Wärmereglung nur stufenlos 20, 40 oder 60 Grad einstellen. Die Konstruktion des Dörrers gibt uns derweil Rätsel auf: Warum wurde ein undurchsichtiger Kunststoff gewählt? Man will doch sehen, wie’s dörrt! Hier geht das nur in der obersten Lage, direkt unter dem Deckel. Willst du den Dörrfortschritt in den unteren drei Abteilungen in Augenschein nehmen, musst du den gesamten Dörrer zerlegen – natürlich inklusive ärgerlichem Wärmeverlust. Außerdem saugt der Rommelsbacher DA 750 satte 700 Watt aus der Steckdose, was auch nicht gerade ein Pluspunkt ist. Aufgerufen werden für den Rommelsbacher DA 750 knapp 80 Euro.

Bielmeier 601127 – Der etwas größere Rommelsbacher-Zwilling

Um es kurz zu machen: Was der Rommelsbacher DA 750 kann und nicht kann, kann auch der „Bielmeier 601127“ – oder eben nicht. Nahezu baugleich gibt der Bielmeier den Doppelgänger des Rommelsbachers. Ok, er ist größer, statt vier hat er sechs blickdichte Etagen im Angebot. Und sonst? Preislich liegen die beiden in etwa auf Augenhöhe. Mit 75 Euro kostet der Bielmeier fünf Euro weniger als sein Zwilling. Allerdings sind seine Äpfel nach vier Stunden deutlich knuspriger. Pilze kann er aber nicht so gut – die labbern ganz schön. 

Clatronic 261767 – Der billige Brummkreisel

Für den Dörrautomaten von Clatronic spricht ein ziemlich günstiger Preis, gerade mal 24,99 Euro werden dafür aufgerufen. Verglichen mit den anderen Geräten verzichtet der „Clatronic 261767“ dafür aber leider auch auf einiges: Kein Timer, um die Dörrzeit einzustellen, keine Temperaturregelung, das Kunststoff-Gehäuse ist nicht sehr hochwertig verarbeitet. Konstruktionsbedingt lässt sich der Dörrfortschritt nicht begutachten, ohne den Dörrer wieder zu zerlegen. Zudem war der Apparat der mit Abstand lauteste im Test. Das Dörrergebnis nach vier Stunden war dann auch eher labbrig. Soll es knuspriger werden musst der Clatronic Überstunden machen. Immerhin: Er dörrt und will dafür auch nicht mehr als 250 Watt haben.

Wie haben wir getestet?

Wir haben jeden Dörrautomaten zunächst auf die Verarbeitungsqualität getestet. Dabei spielten die Wertigkeit der verwendeten Materialien und die Leistungsaufnahme eine wichtige Rolle. Da legen die Modelle von WMF und Steba ganz schön vor. Im Betrieb haben wir die Lautstärke der einzelnen Geräte beurteilt und die Wärmeabgabe an die Umgebungsluft überprüft. Dabei fiel der Clatronic als lautester Dörrer auf. Der massive Rommelsbacher DA 900 wirkt in der Küche wie ein kleines Heizkraftwerk.

In der Kategorie Bedienkomfort gab’s Pluspunkte für Timer und Temperaturregler, wobei die Kandidaten mit Display noch ein wenig besser abschnitten als die Geräte ohne. In Sachen Bedienung marschierte der Klarstein Bananarama stramm vorneweg. Den WMF dicht auf den Fersen. Die Unterbringung in der dörrfreien Zeit war ebenfalls ein wichtiges Kriterium, ebenso die Benutzerfreundlichkeit, wobei alle Dörrer Abzüge bekamen, bei denen man den Dörrfortschritt wegen des blickdichten Kunststoffes optisch nicht beurteilen konnte.

Zuletzt haben wir natürlich gedörrt: Apfelringe, Erdbeer- und Champignonscheiben. Nach vier Stunden wurden die Geräte ausgeschaltet und gekostet. Nach dem Drei-Gaumen-Prinzip, denn mehr Tester schmecken auch mehr, in diesem Fall waren es eben drei Tester, die ihre Geschmackseindrücke ausgiebig diskutierten. Letztlich verwies der Stöckli Dörrmat in dieser Kategorie sogar den späteren Testsieger von WMF auf den zweiten Platz. 

Darauf solltest du achten, wenn du einen Dörrautomaten kaufst

Bevor du dich für einen Dörrautomaten entscheidest, wirf am besten einen Blick in deinen Obstgarten. Musst du die Ernte einer ganzen Streuobstwiese verwerten? Oder tragen nur ein paar Büsche Beeren und Früchte? Denn wenn du große Mengen Obst oder Gemüse dörren möchtest, dann benötigst du einen Automaten mit möglichst großer Dörrfläche. Da hilft dir der beste Dörrer nichts, wenn nur fünf Äpfel reinpassen. 

Komfortabel finden wir einen Regler für die Temperatur. Einige Dörrautomaten heizen bis 70 Grad und halten die Temperatur den gesamten Dörrprozess hindurch. Durch diese Hitze gehen jedoch wichtige Inhaltsstoffe verloren. So sollen beispielsweise empfindliche Kräuter wie Basilikum nicht über einer Temperatur von 40 Grad getrocknet werden. Mit einem Temperaturregler kannst du das Gerät individuell einstellen.

Wichtige Fragen zu Dörrautomaten

* Alle Preise Stand August 2019