Siebträgermaschine Vergleich: Espressobrühen grenzt an eine Bestimmung

Ja, das Kaffeemachen mit einer Espressomaschine will gelernt sein, ist aber nicht unmöglich. Es braucht viel Geduld und Leidenschaft, bis du dich mit deiner Kaffeemaschine angefreundet hast und sie perfekt beherrschst. In unserem Siebträgermaschinen Test können wir die Maschinen natürlich nicht so intensiv testen, schließlich dauert es mitunter Monate, bis man jedes kleinste Detail der Maschine gemeistert hat. Aber wir konnten uns ein umfassendes Bild vom Aufbau und der Bedienung machen.

In diesen Kategorien testen wir die Espressomaschinen

  • Verarbeitung: Damit du lange Freude an deiner Maschine hast, besteht diese idealerweise aus hochwertigem Metall. Das Gewicht des Geräts spielt eine Rolle für die Standfestigkeit. Auch das Gewicht des Siebträgers muss ausgewogen und nicht zu leicht sein.
     
  • Handling: Eine Maschine für Otto-Normalverbraucher sollte keinen Baristakurs bedürfen. Daher ist uns eine intuitive Bedienung mit möglichst vielen individuellen Einstellungsmöglichkeiten wichtig.
     
  • Täglicher Gebrauch: Eignet sich die Espressomaschine für den regelmäßigen Einsatz oder hast du schon nach einer Benutzung die Nase voll? Wir wollen herausfinden, ob die Behälter sich gut einsetzen und entnehmen lassen und wie es um die Verarbeitung des Herzstücks – dem Siebträger – bestellt ist.
     
  • Design: Anders als Küchengeräte wie einen Toaster oder einen Sandwichmaker, packst du die Siebträgermaschine nicht in den Schrank. Sie steht immer präsent auf der Arbeitsplatte. Daher sollte das Modell deiner Wahl sich auch sehen lassen können.

Wir testen wie einfach sich der Siebträger an der Brühgruppe anbringen lässt. Das gelingt nicht immer auf Anhieb

Testsieger: Sage The Oracle SES980 der Hybrid unter den Espressomaschinen

Eine ganz schöne Wucht ist die Sage SES980 und das nicht nur optisch, sondern auch funktional. Die halbautomatische Siebträgermaschine hat uns ab der ersten Sekunde um den Finger gewickelt. So viele Funktionen in einer Maschine haben allerdings auch ihren Preis. Wir stellen dir die multifunktionale Maschine in unserem Einzeltest zur Sage The Oracle einmal genauer vor.

De’Longhi Dedica Style EC 685.M ist Preis-Leistungs-Sieger

Schmal, leicht und mit einer ausgewogenen Funktionalität kommt unser Preis-Leistungs-Sieger De’Longhi Dedica Style EC 685.M daher. Sie überzeugt uns besonders durch ihre angenehme Lautstärke und kompakten Maße. Was an ihr sonst noch toll ist und für wen sie sich eignet, erfährst du im Einzeltest zur De’Longhi Espressomaschine.

Espressomaschinen soweit das Auge reicht

Der Markt ist überschwemmt mit angeblichen guten Produkten. Wir haben uns acht weitere beliebte Siebträgermaschinen für dich angeschaut. Vielleicht ist ja auch dein Favorit dabei.

Der 2. Platz geht an die De`Longhi EC 860.M

Die „De’Longhi EC 860.M“ ist ziemlich breit, bietet dir dafür aber auch eine separat steuerbare Tassenwärmerplatte. Das Gehäuse aus mattem Edelstahl wirkt hochwertig und der Siebträger ist ausreichend schwer. Lediglich das Kunststoff-Kombitool, bestehend aus Kaffeelöffel und Pulverstampfer (Tamper), kann uns nicht überzeugen.

Die Abtropfschale lässt sich leicht rausnehmen, für unsere Begriffe fast schon zu leicht. Der 1 Liter „kleine“ Wassertank ist links angebracht und verschwindet vollständig im Gehäuse. Neben zwei Sieben für gemahlenen Kaffee (eine und zwei Tassen) wird auch ein Sieb für ESE Pads mitgeliefert. Diese gehen relativ einfach rein und raus.

Viele Einstellungsmöglichkeiten individualisieren den Kaffeegenuss

Bei der De’Longhi EC 860.M kannst du die Kaffee- und Milchmenge sowie die Kaffeetemperatur einstellen. Der Clou daran: Du hast die Wahl, ob du heißes Wasser über eine Düse oder automatischen Milchschaum über einen separaten austauschbaren Milchtank beziehen willst. Dabei ist sogar die Schaummenge über einen Schalter am Rand regulierbar. Selbstverständlich lässt sich aber auch die Milch mit der Düse manuell aufschäumen. Je nachdem ob der Tank oder die Düse angebracht sind, leuchten die jeweiligen Lämpchen vorne am Bedienfeld. Dank der Clean-Taste am Milchbehälter lässt sich dieser einfach säubern. Außerdem gibt es noch jeweils eine Milchtaste für Cappuccino und Latte Macchiato – praktisch! Die De’Longhi macht vieles selbstständig, du musst also nichts weiter tun, als den Kaffee in den Siebträger geben und den entsprechenden Knopf drücken. Ziemlich einfach oder? Daher richtet sich diese Espressomaschine auch eher an Einsteiger.

Da der Abstand zwischen Siebträger und Gitter nicht so groß ist, passt keine große Kaffeetasse unter den Auslauf. Selbst nach Absenken des Abtropfgitters können wir keine ausreichend große Tasse daraufstellen. Daher haben wir eine kleinere Tasse genommen, da läuft uns allerdings der Cappuccino über.

Fazit: Die Bedienung der De’Longhi EC 860.M ist intuitiv, die Programmierung bedarf allerdings etwas Übung. Die Standfestigkeit gefällt uns besonders gut. Klasse finden wir außerdem das zeitlose Design und den abnehmbaren Milchbehälter sowie die vielen Einstellungsmöglichkeiten. Die starke Vibration während des Kaffeebrühens und das keine große Tasse unter den Auslauf passt ist etwas nervig.

Quickmill Orione 3000: ein echtes Glanzstück

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer brüht den besten Kaffee im ganzen Land? Die „Quickmill Orione 3000“ ist zwar nicht unser Testsieger, kann sich aber immerhin den dritten Platz im Test sichern. Besonders gut gefällt uns die hochwertige Verarbeitung und das Druckmanometer an der Front. Darüber kannst du den Brühdruck kontrollieren. Leider ist das glänzende Edelstahlgehäuse sehr anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer.

Der 1,5 Liter Wasserbehälter sitzt rechts an der Seite. Die Beschriftung der schicken Kippschalter auf dem spiegelnden Gehäuse ist jedoch schlecht lesbar. Auf der Maschine ist genügend Platz für deine Espressotassen. Mit einem Gewicht von 9 Kilo ist sie eine der schwereren Maschinen. Dank Durchlauferhitzer ist die Quickmill in weniger als einer Minute einsatzbereit.

Vorsicht vor der Dampfdüse

Gut zu wissen: Die Dampflanze der Quickmill Espressomaschine musst du komplett einklappen, da sonst kein Kaffee aus dem Auslauf kommt, sondern heißes Wasser aus der Lanze. Leider gibt es keinen Griff, um die heiße Düse einzuklappen. Im Test hat es einen Moment gedauert, bis wir dieses System erkannt haben. Ansonsten lässt sie sich aber leicht bedienen. Das Gewicht des Messing-Siebträgers ist mit 570 Gramm schön schwer. Er hat einen doppelten Auslauf. Leider wird der Griff sehr schnell heiß, genau wie das Gehäuse. Bei der Orione 3000 bekommst du zwei Siebe für eine und zwei Tassen mitgeliefert. Etwas fummelig finden wir das Befestigen des Siebträgers am Brühkopf. Denn diesen musst du exakt gerade halten, da er sonst nicht einrastet. Unter dem Abtropfgitter befindet sich eine entnehmbare Kunststoffwanne.

Fazit: Die Quickmill Orione ist eine schicke, klassische Espressomaschine mit einem guten Stand und einfacher Reinigung. Nicht so gut finden wir, dass sich das Gerät schon nach kurzer Zeit stark aufheizt, hier besteht Verbrennungsgefahr. Wir empfehlen die Quickmill allen Einsteigern, die etwas mehr ausgeben können und Wert auf Optik legen.

Die Schmale: Gastroback Design Espresso Piccolo

Die „Espresso Piccolo“ von Gastroback ist eine schmale und leichte Espressomaschine. Ihre Verarbeitung kommt größtenteils solide rüber. Nur die Knöpfe finden wir etwas klapprig. Besonders ist das Zubehörfach, das hinter der Warmhalteplatte auf der Oberseite der Maschine liegt. Was sie dir sonst noch so zu bieten hat, erfährst du in unserem Einzeltest zur Gastroback.

Beem Espresso Perfect: auch für Kapseln geeignet

Die „Beem Espresso Perfect“ ist eine selbsterklärende Espressomaschine. Es gibt nämlich nur ein Drehrad an der Front, mit dem du auswählen kannst, ob du Kaffee oder Dampf beziehen möchtest. Leider wirkt das Drehrad eher klapprig. Auch der Powerknopf, der sich darüber befindet, ist nicht von hoher Qualität. Den 1,25 Liter Wassertank kannst du herausnehmen. Die Verkleidung der Dampfdüse geht für unsere Begriffe zu leicht ab. Aber auch allgemein wirkt die Düse nicht sehr gut verarbeitet. Oben auf der Maschine befindet sich eine Wärmeplatte aus Metall, diese ist abnehmbar. Das Gehäuse der Beem besteht zwar aus Edelstahl und wirkt aber dennoch nicht sonderlich hochwertig. Die Standfestigkeit ist dafür ganz in Ordnung.

Bei der Beem sind direkt zwei Siebträger mit im Gepäck. Einer für Siebe und einer für Kapseln. Es liegen zwei Siebe (für eine und zwei Tassen) bei. Diese fallen jedoch sehr leicht aus dem Träger. Sie lassen sich aber mit einer „Plastikklappe“ beim Umdrehen fixieren. Die Siebträger selbst sind uns zu leicht. Wie bei den meisten Maschinen sind auch hier Löffel und Tamper in einem. Die Bedienungsanleitung ist ausführlich und beinhaltet viele Tipps.

Kleiner Brummbär

Während des Betriebs vibriert die Espresso Perfect stark auf der Arbeitsplatte und brummt dadurch relativ laut. Die maximale Lautstärke beträgt 72 dB(A), bei der Kaffeezubereitung eher 65 dB(A). Die Reinigung geht leicht von der Hand. Lediglich der Wassertank lässt sich durch den Griff nicht besonders gut abtrocknen. Die Abtropfschale ist etwas klein geraten, dafür aber durchgängig und nicht so „verwinkelt“ wie bei anderen Maschinen. Sie besitzt leider keinen Schwimmer (Wasserstandsanzeige).

Fazit: Die Beem Espresso Perfect ist eine minimalistische Espressomaschine für Anfänger. Hier kannst du nichts falsch machen. Wenn du nicht so viel Wert auf die Verarbeitung legst, können wir sie empfehlen. Ihre Stärke ist ganz klar die einfache Bedienung und der günstige Preis.

WMF Lumero: kompakt und standsicher

Die „WMF Lumero“ Siebträgermaschine präsentiert sich im gewohnt schicken Cromargan Edelstahl-Gewand. Die Verarbeitung ist bis auf den Tamper sehr gut. Der Wasserbehälter mit zugehörigem Deckel sowie der Griff des Siebträgers bestehen aus Kunststoff. Die Abstellfläche für die Tassen und der Brühkopf hingegen aus Edelstahl.

Leider ist uns auch hier wieder der Siebträger mit 211 Gramm zu leicht. Die Maschine ist ähnlich kompakt wie das Modell von Gastroback und die De’Longhi EC685.M. Die WMF Lumero bietet dank ihrer Füße eine gute Standfestigkeit. Es werden insgesamt drei Siebe mitgeliefert: Für eine und zwei Tassen sowie für Pads. Die Siebe gehen nur schwer in den Siebträger rein und raus. Die Kombi aus Löffel und Tamper ist zwar nicht professionell, aber dafür etwas schicker als bei anderen Modellen.

Vom Aufbau her eignet sich die WMF eher für Einsteiger, da sie nicht viele Extras bietet. Was uns gut gefällt: Es passen sogar große Kaffeetassen unter den Auslauf. Der Abstand zwischen Siebträger und Abtropfgitter beträgt großzügige 13 Zentimeter. Unter der Milchdüse findet auch ein Latte Macchiato Glas Platz. An Programmierfunktionen stehen dir Kaffeemenge und -temperatur sowie die Wasserhärte zur Verfügung. Ebenfalls praktisch: Die WMF stoppt nach dem Espressobezug automatisch.

Einfache Bedienung und leise Geräuschkulisse

Die Bedienung erfolgt über zwei Tasten an der Front. Hier kannst du entweder eine oder zwei Portionen Espresso wählen. Das rechte Drehrad dient zum Bezug von Dampf oder Heißwasser. Praktisch ist die Vorheizfunktion für Dampf. Dabei leuchtet der Ring rot, bis die Maschine betriebsbereit ist. Das Drehrad musst du während der Zubereitung allerdings festhalten, da es nicht einrastet. Das erschwert das Milchaufschäumen enorm. Die Dampfabgabe endet nach 60 Sekunden automatisch. Beim Espressobrühen ist sie eine der leiseren Maschinen. Die Lumero gibt dabei ein dumpfes Brummen von sich, was aber nicht unangenehm ist.

Ziemlich unpraktisch finden wir die Position der kleinen Abtropfschale. Diese ist ins Gehäuse eingelassen und lässt sich nur von oben entnehmen. Eine ziemliche Sauerei, wenn der Behälter bereits voll ist. Nach 30 Minuten Inaktivität wechselt die Maschine in den Sleep Mode. Den 1,5 Liter Wassertank kannst du von oben rausnehmen. Die Bedienungsanleitung liefert alle nötigen Informationen und ist sehr übersichtlich. Das einzige Manko ist hier die Erklärung der Leuchtringe. Die Reinigung ist bis auf die zu kleine Abtropfschale in Ordnung. Für diese brauchst du eher eine Bürste, um sie sauber zu bekommen. Zudem lässt sie sich nur schwer abtrocken.

Fazit: Die WMF Lumero kann durch ihre schlanken Maße und die gute Verarbeitung punkten. Auch die Bedienung und Standfestigkeit können sich sehen lassen. Wir hätten uns hier besser verarbeitetes Zubehör und ein leichteres Handling mit den Einsätzen gewünscht.

Breville PrimaLatte II: Hingucker auf der Arbeitsplatte

Ein echter Blickfang ist die „Breville PrimaLatte II VFC109X-01“, dazu trägt ihr schickes Design und das hochwertige rot-schwarze Gehäuse bei. Wassertank und Milchbehälter befinden sich rechts an der Seite und sind herausnehmbar. Vor der Benutzung musst du zunächst einen roten Stopfen aus dem Wassertank entfernen. Wie bei den meisten Espressomaschinen aus unserem Test werden auch hier erst einmal die Schläuche durchgespült. Dazu sollen wir eine Tasse unter den Auslauf stellen. Diese erweist sich jedoch als zu klein. Also greif besser zu einer Schale.

Bietet viele Funktionen

Wir finden die Funktionsvielfalt der Breville klasse. Über sechs Druckknöpfe an der Front kannst du Cappuccino, Latte Macchiato oder Espresso auswählen. Durch einmaliges Drücken bekommst du eine kleine Portion, bei zwei Mal eine große. Die anderen drei Knöpfe sind für das Aufbrühen, Milchaufschäumen und die Reinigung des Milchbehälters. Denn bei dieser Maschine funktioniert die Milchschaumproduktion automatisch. Mit dem gummierten Drehrad am Milchbehälter lässt sich die Schaummenge regulieren. Den Behälter kannst du entnehmen und im Kühlschrank lagern.

Die Breville PrimaLatte II hat eine gute Standfestigkeit. Der Siebträger kommt mit drei nicht ganz so hochwertigen Sieben daher. Eins davon ist für ESE Pads geeignet. Diese lassen sich dank Drehmechanismus einfach einsetzen. Das Vorgängermodell PrimaLatte haben wir in unserem Kaffeepadmaschinen Test unter die Lupe genommen. Dieses hat ebenfalls einen Milchtank und ist eher eine Siebträgermaschine, kann aber auch ESE Pads aufbrühen. Das Gewicht des Siebträgers der PrimaLatte II beträgt 240 Gramm - da ist noch Luft nach oben. Tamper und Löffel sind auch hier kombiniert und wirken billig. Das Kabel ist mit 60 Zentimetern das kürzeste im Test. Die Bedienungsanleitung ist kurz und knapp gehalten, durch die vielen Bilder aber sehr übersichtlich und gut verständlich.

Umständliches Einsetzen des Siebträgers

Pluspunkte bekommt die Breville für den großzügigen Abstand von Siebträger und Abtropfschale. Da passt auch eine große Kaffeetasse bequem drunter. Die Lautstärke ist mit circa 54 dBA verhältnismäßig leise. Etwas fummelig ist das Einsetzen des Siebträgers. Da müssen wir zwei Mal schauen, wo dieser einrastet. Die Dampffunktion heizt dem Gehäuse ganz schön ein. Das beschlägt nämlich, sobald du Milchschaum beziehen willst oder die Reinigungsfunktion für den Behälter einschaltest.

Fazit: Die Breville PrimaLatte II ist die perfekte Espressomaschine für Knöpfchendrücker. Hier hast du auf einen Tastendruck die volle Kontrolle über die Getränke- und Schaummenge deines Heißgetränks. Die Bedienung an sich könnte jedoch etwas intuitiver gestaltet sein. Somit kommt die Breville PrimaLatte II eher einem Vollautomaten nahe als einer reinen Siebträgermaschine.

Der traditionsreiche Klassiker: Rancilio Silvia V5

Die „Rancilio Silvia V5“ ist eine traditionsreiche Espressomaschine. Das erste Modell gab es bereits 1998. Dadurch ist es einfach, Ersatzteile zu beschaffen. Die Rancilio besteht aus dünnem gebürstetem Edelstahl. Wir sind von der Verarbeitung nicht ganz so angetan. Trotz allem ist das Design zeitlos und die Maschine wirkt solide. Das Gehäuse erhitzt sich leider im Betrieb sehr schnell. Die Siebträgermaschine wird über vier Kippschalter an der Front bedient. Wenn die untere Lampe leuchtet, heizt die Maschine gerade hoch. Die anderen drei sind für Kaffee, heißes Wasser und Dampf. Das Drehrad vorne rechts dient zum Dampfbezug. Die Milchdüse lässt sich hier allerdings recht schwer ausrichten. Da besteht Verbrennungsgefahr!

Einfache Reinigung und Bedienung

Dank der leicht entnehmbaren Abtropfschale aus Metall lässt sich die Silvia einfach reinigen. Diese solltest du allerdings regelmäßig leeren und bis ganz nach hinten schieben, damit sich kein Rost bildet. Besonders gut gefällt uns die Standfestigkeit der Maschine. Sie pumpt über zwei Schläuche Wasser in den Boiler. Mit stolzen 14 Kilo ist die Rancilio die zweitschwerste Siebträgermaschine im Test. Positiv finden wir die überdurchschnittliche Kabellänge von 140 Zentimetern. Da darf die Maschine auch gerne mal etwas weiter weg von der Steckdose stehen.

Die Bedienung der Rancilio ist dank Bebilderung der Kippschalter intuitiv. Die Aufheizzeit beträgt hier circa 20 Minuten, da es sich um einen Einkreiser handelt. Der Vorteil ist, dass die Schaumlanze mehr Power hat als bei Maschinen mit Thermoblock. Der Boiler ist 0,3 Liter „klein“ und isoliert. Das heißt er gibt keine Wärme an die anderen Teile im Inneren ab.

Der innenliegende weiße Kunststoff-Wassertank fasst stolze 2,5 Liter, ist aber aufgrund des fehlenden Griffs unpraktisch zu entnehmen und einzusetzen. Das Gewicht des Siebträgers ist mit fast 600 Gramm richtig solide und wirkt professionell. Leider haben wir beim Testen Probleme, den Siebträger richtig auszurichten. Dieser verzeiht keine schiefe Neigung. Und auch das Sieb löst sich immer wieder, wenn wir versuchen den Siebträger einzuhängen. Die Lautstärke ist mit 65 Dezibel in Ordnung. Der Abstand zwischen Siebträger und Abtropfschale ist mit 8,5 Zentimetern recht gering.

Fazit: Die Rancilio Silvia ist eine gute Espressomaschine für Minimalisten. Ihre Bedienung ist einfach und die Verarbeitung solide. Wenn du auf einen großen Wassertank und einen guten Stand Wert legst, ist das die richtige Siebträgermaschine für dich. Sie gehört aber eindeutig zu den teureren Geräten in unserem Espressomaschinen Test.  

Gaggia New Classic: Mit Profi-Sieben im Gepäck

Aus alt mach neu! Bei der Gaggia handelt es sich um eine Espressomaschine in Neuauflage, deshalb auch der Name „New Classic“. Diese wird nun von Philips hergestellt und hat deshalb bei Kaffeenerds etwas ihren guten Ruf eingebüßt.

Der Aufbau der Maschine ist unkompliziert. Wir haben allerdings mit der überladenen Bedienungsanleitung zu kämpfen. Die hat einfach zu viel Text! Ein großes Plus gibt es aber dafür bei den Siebeinsätzen. Hier sind nämlich neben dem „Crema Perfetta“ Sieb für Anfänger auch zwei Siebe für Profis mit dabei. Diese haben keinen doppelten Boden.

Wichtig: Im Lieferumfang befindet sich ein kleines schwarzes Plastikteil, der sogenannte „Perlstrahl Aufschäumer“. Diesen darfst du nur in Verbindung mit dem Crema Perfetta Sieb verwenden. Er sorgt für eine perfekte Crema, ist aber nicht für Profisiebe geeignet. Das Sieb ist leider etwas groß, wenn du nur eine Tasse Espresso zubereiten möchtest. Bis wir die Maschine letztendlich in Betrieb nehmen können, vergeht allerdings schon eine halbe Stunde. Zuerst müssen wir nämlich alle Schläuche durchspülen. Die Gaggia ist während des Betriebs ziemlich laut. Mit 69 Dezibel erreicht sie den von uns am höchsten gemessenen Wert. Auch das Milchaufschäumen geht nicht gerade leise vonstatten.

Das Gehäuse der Gaggia besteht aus dünnen, gebürsteten Edelstahlwänden und erhitzt sich dadurch ziemlich schnell. Der Wassertank sitzt hinter der Abtropfschale und lässt sich auch von oben befüllen. Er fasst zwei Liter. Die Milchschaumdüse ist unpraktisch, da du dich leicht an ihr verbrennen kannst. Der Siebträger besteht aus verchromtem Messing. Löffel und Stampfer sind im Lieferumfang enthalten. Das Gewicht des Siebträgers gefällt uns mit 510 Gramm sehr gut. Der Abstand zwischen Siebträger und Abtropfschale ist jedoch mit nur 7 Zentimetern etwas dürftig. Ebenfalls positiv: der doppelte Auslauf des Siebträgers. Das macht diesen noch professioneller.

Fazit: Klasse Siebträger mit richtig guten Sieben. Die Bedienung geht leicht vor der Hand und wir sind begeistert von dem Stand. Lediglich die Bedienungsanleitung bedarf einer Überarbeitung. Alles in allem eine ordentliche Espressomaschine.

So haben wir die Espressomaschinen getestet

Zunächst haben wir alle Maschinen von ihrem Verpackungsmaterial befreit, das Zubehör ausgepackt und begutachtet. Auch die Verarbeitung der Espressomaschinen an sich, wurde von uns unter die Lupe genommen. Wenn die Maschinen weitere Funktionen wie bei der Sage oder Beem bieten, haben wir das positiv bewertet. Die Grundfunktion Espresso zubereiten sollten sie jedoch in erster Linie beherrschen, um im Test gut abzuschneiden. Neben dem Gewicht und den Maßen der Maschine, haben wir uns ebenfalls die Standfestigkeit angeschaut. Die Modelle WMF Lumero, De’Longhi Dedica 685.M und Gastroback Design Espresso Piccolo stehen trotz kompakten Maßen ziemlich sicher. Die größten Maschinen haben auch die beste Standfestigkeit. Bei der Verarbeitung konnte der Testsieger Sage the Oracle die volle Punktzahl abräumen.

Als nächstes wollten wir wissen, wie einfach sich die Maschinen von Laien bedienen lassen. Dazu haben wir mit allen Geräten Cappuccino und Espresso zubereitet. Hier konnten vor allem Gastroback, De’Longhi EC 860.M, Sage und Beem überzeugen. Die Einstellungsmöglichkeiten der Sage haben uns besonders umgehauen. Hier kannst du so gut wie alles einstellen. Beim Testkriterium täglicher Gebrauch ging es uns vor allem um die Ergonomie von Behältern und Siebträger sowie um die Lautstärke. Auch hier sahnte die Sage die höchste Punktzahl ab, nur die Lautstärke gefiel uns nicht so gut. Ebenfalls weit vorne die Quickmill und die De’Longhi Dedica 685.M. In puncto Design haben uns die Sage, Breville und De’Longhi EC 860.M besonders gut gefallen.

Wir haben Espresso sowie Cappuccino zubereitet und geschaut, ob die Maschinen ein leckeres Ergebnis liefern

Worauf muss ich beim Kauf einer Espressomaschine achten?

Der Kauf einer Espressomaschine ist mitunter ein schwieriges Unterfangen. Viele Entscheidungen gilt es im Vorfeld zu treffen.

  • Einsatz: Wie oft möchtest du die Espressomaschine benutzen und möchtest du damit Kaffee für mehrere Personen machen? Welche Getränke möchtest du vorrangig zubereiten? Wenn du viel Kaffee trinkst und es dir nicht so sehr auf die Zeremonie des Zubereitens ankommst, empfehlen wir dir einen Vollautomaten. Für den klassischen Kaffee eignen sich French Press, Chemex oder Filterkaffeemaschinen (bei größeren Mengen) gut. Espressomaschinen sind eher etwas für Liebhaber und passionierte Kaffeetrinker, die sich gerne mit der Maschine beschäftigen wollen. 
     
  • Heizsystem: Es gibt drei unterschiedliche Arten: Einkreiser mit Thermoblock oder Kessel sowie Zweikreiser und Dualboiler. Thermoblock-Geräte sind dabei am schnellsten einsatzbereit, weil sie das Wasser nur nach Bedarf aufheizen. Somit sind schnellere Temperaturwechsel möglich, für den Dampfbezug fehlt vielen Geräten aber die nötige Power. Die meisten von uns getesteten Geräte haben einen Thermoblock. Einkreiser mit Kessel erhitzen das Wasser in diesem. Da alles wie beim Thermoblock über einen Heizkreis läuft, gilt auch hier: Als erstes Espresso zubereiten und dann die Milch aufschäumen. Bei den Zweikreisern besteht der Vorteil im Bezug von Espresso und Dampf ohne Wartezeit, da es hier zwei Wasserkreisläufe aber nur einen Boiler gibt. Ein weiterer Vorteil ist der stetige Frischwasserbezug. Dualboiler verfügen über zwei separate Boiler und arbeiten mit der PID-Temperatursteuerung. Das sorgt für eine konstante Tempertatur am Brühkopf, dadurch sind die Geräte aber auch deutlich teurer.
     
  • Zubehör: Achte darauf, dass die Espressomaschine deiner Wahl das passende Zubehör dabei hat oder du dieses nachkaufen kannst. Siebe für Pads sind zwar nice to have aber eignen sich nicht für den semiprofessionellen Einsatz. Dazu braucht es schon Siebe ohne doppelten Boden. Diese findest du zum Beispiel bei der Gaggia. Siebe mit doppeltem Boden sind jene, wo der Espresso nur durch ein einzelnes Loch läuft und nicht durch viele kleine. Einen so großen Zubehörumfang wie bei der Sage bieten aber nur wenige Hersteller.
     
  • Budget: Last but not least spielt natürlich der Geldbeutel eine Rolle. Wie viel kannst und vor allem willst du für die Espressomaschine ausgeben? Günstige Geräte sind ab circa 150 Euro erhältlich. Wenn du etwas Längerfristiges suchst, bewegen wir uns im Bereich von 500 bis 600 Euro. Hochpreisige Geräte beginnen bei etwa 1.000 Euro, hier reden wir dann schon eher von der Profiklasse.

Bei so gut wie allen Modellen mussten wir feststellen, dass die Gitter und teilweise das Gehäuse der Maschinen schon nach wenigen Benutzungen verkratzen. Das lässt sich leider nicht vermeiden und ist normal.

Wichtige Fragen zum Thema Espressomaschine