In unserem manuellen Kaffeemühlen Test haben wir zehn Geräte getestet. Darunter zwei vom traditionsreichen Hersteller Zassenhaus. Eine moderne Kaffeemühle, die dem Testsieger von Comandante sehr ähnelt, und eine Retro-Mühle aus Buchenholz. Beide Modelle schneiden im Test gut ab und liefern ein solides Mahlergebnis. Wir verraten dir hier, welche Kaffeemühle sich für dich eignet.

ÜbersichtVor- und Nachteile der Zassenhaus Quito Kaffeemühle

+ Glasauffangbehälter
+ Design
+ gute Haptik
+ schnelle Mahlgeschwindigkeit
+ gleichmäßiges Mahlgut

- Gewicht
- Plastikdeckel stört beim Mahlen

Zassenhaus Quito – Silber für die schicke Mühle

Die „Quito“ von Zassenhaus eignet sich für bis zu sieben Portionen Kaffee. Gehäuse und Kegelmahlwerk bestehen aus Edelstahl, die Kunststoffteile aus BPA-freiem Tritan und sind spülmaschinenfest. Die Kaffeemühle macht durch ihren Holzgriff und das Kaffeemehlglas einen hochwertigen Eindruck. Der Kaffeemehlbehälter fasst laut Hersteller 125 Gramm und wird einfach an den oberen Teil der Kaffeemühle geschraubt. Auf der Innenseite des Glasbehälters sammelt sich aber schon nach kurzer Zeit Kaffeeöl, weshalb es milchig wird. Der Mahlgrad lässt sich mittels eines Verstellriegels an der Unterseite des Mahlwerks anpassen. Die 12 Punkte an der Scheibe helfen dir beim besseren Einstellen. Wenn du im Uhrzeigersinn drehst, stellst du die Mühle feiner, drehst du gegen den Uhrzeigersinn wird das Mahlgut gröber. Den richtigen Mahlgrad für unsere Ansprüche zu finden, ist hier nicht ganz so einfach. Durch das Edelstahlmahlwerk ist sie lauter als ihre Kollegen mit Keramikmahlwerk. Bei der Quito musst du ordentlich Kraft beim Kurbeln aufbringen, wir finden es trotzdem etwas einfacher als bei den Kaffeemühlen mit Keramikmahlwerk. Die Mühle ist mit 500 Gramm verhältnismäßig schwer, liegt dafür aber gut in der Hand.

Schnelles Mahlen und gute Ergebnisse der Quito

Praktisch: Der schicke Kurbelknauf aus Holz ist durch einen Magnet an der Kurbelstange befestigt. Anders als bei den Modellen von Groenenberg und Hario ist hier die Kurbel nicht abnehmbar. Der darunterliegende Kunststoffdeckel wirkt nicht sonderlich hochwertig. Er sitzt zudem nicht besonders fest auf dem Bohnenbehälter und klappert beim Mahlen.

In den Bohnenbehälter passen 42 Gramm, dann ist dieser aber auch bis zum Anschlag voll. Wir haben nur mit 36 Gramm gemahlen, um ein vergleichbares Ergebnis im Vergleichstest zu bekommen. Nach etwas mehr als vier Minuten hat die Zassenhaus die kompletten Kaffeebohnen gemahlen. Das Ergebnis des Espressopulvers ist fein und homogen. Die Geschwindigkeit und das Mahlergebnis sind mehr als zufriedenstellend. Beim mittleren Mahlgrad für den Handfilter sieht das etwas anders aus. Hier sind uns vereinzelt noch zu grobe Stücke in dem Mahlgut. Daher gibt es nicht die volle Punktzahl. Die Zassenhaus Quito liefert ein exzellentes Mahlergebnis beim groben Pulver für die French Press ab.

Klasse finden wir, dass der Hersteller 25 Jahre Garantie auf das Mahlwerk gibt. Reinigen kannst du die Mühle nur rudimentär, da die Kurbel nicht abnehmbar ist. Beim Abtrocknen stört die Kunststoffstrebe, in der die Kurbelstange befestigt ist. In der Anleitung wird eine Reinigung mit Reiskörnern empfohlen. Durchs Mahlen der Körner lösen sich Kaffeemehlreste aus dem Mahlwerk. Das hat in unserem Test auch ziemlich gut geklappt.

ÜbersichtVor- und Nachteile der Zassenhaus Brasilia Kaffeemühle

+ leichte Mahlgradeinstellung
+ hochwertiges Gehäuse
+ gutes feines und grobes Mahlgut

- Schublade lässt sich schwer entnehmen
- hakelige Einfüllöffnung

Zassenhaus Brasilia Holzmühle: Fast so gut wie die Peugeot Mühlen

Das hochwertige Gehäuse der "Zassenhaus Brasilia" besteht aus Buchenholz. Es ist nicht so kantig, wie das der Peugeot Holzmühlen und liegt dadurch besser in der Hand. Jedoch finden wir die Schublade bei diesem Modell sehr schwergängig. Das Befüllen der Kaffeemühle gestaltet sich ebenso fummelig, wie bei der Peugeot Nostalgie. Die kleine Öffnung geht nur mit viel Kraft auf. Auch passen nicht alle Bohnen für unseren Praxistest hinein. Uns nervt, dass die Kurbel beim Mahlen quietscht. Der Mahlgrad lässt sich durch Drehen an einem Rad unterhalb der Kurbel stufenlos verstellen. Das Kegelmahlwerk besteht aus gehärtetem Spezialstahl. Die Mühle wiegt mit etwa 800 Gramm etwas weniger als die anderen massiven Holzmühlen im Test. Wenn dir die Holzoptik der Brasilia nicht gefällt, gibt es sie auch noch in anderen Farben zu kaufen. Wir haben das Modell in "dunkel gebeizt" getestet.

Lange Mahldauer und zu kleine Schublade

Etwa sechs Minuten brauchen wir für die fast 30 Gramm. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht das gesamte Kaffeemehl in die Schublade passt. Da fällt dann gerne schon mal was hinten runter. Mit dem feinen und groben Mahlergebnis sind wir sehr zufrieden. Nur das für den Handfilter könnte etwas gleichmäßiger sein. Die Peugeot Mühlen überzeugen bei der Qualität im Test zwar mehr, dafür punktet die Brasilia beim Bedienkomfort. In puncto Mahlergebnis liegt sie irgendwo zwischen Peugeot Brésil und Nostalgie.

Die Reinigung ist wie bei den anderen Holzkaffeemühlen besonders bei der Schublade etwas lästig. Hier bekommst du das Kaffeemehl, das sich in den Ecken festsetzt nur mit einer Zahnbürste anständig raus. Das Mahlwerk kannst du leider nicht von oben reinigen, denn durch die schmale Öffnung passt noch nicht mal eine Zahnbürste.

Der feine und grobe Mahlgrad sind in unserem Test fast perfekt, lediglich der mittlere ist uns nicht gleichmäßig genug

Welche Zassenhaus Kaffeemühle eignet sich für dich?

Die zwei Testmodelle von Zassenhaus unterscheiden sich besonders durch ihre Bauart. Während die Quito modern mit Metallgehäuse und Glasbehälter daherkommt, setzt die Brasilia eher auf ein traditionelles Design aus Buchenholz. Die Verarbeitung der Kurbel finden wir bei der Quito allerdings etwas besser. Was den Bedienkomfort betrifft, hat ebenfalls das Vorzeigemodell Quito die Nase vorn. Der Mahlgrad lässt sich hier einfacher einstellen und sie liegt beim Kurbeln besser in der Hand. Beim Mahlergebnis schneiden beide Geräte gleich gut ab. Auch preislich unterscheiden sie sich nur wenig. Das Design der Quito finden wir ein Tick ansprechender. Wenn du also eine Kaffeemühle mit etwas mehr Bedienkomfort suchst, kannst du getrost zur Quito greifen. Für den Blickfang in der Küche und einen Touch Nostalgie können wir dir die ebenfalls solide Zassenhaus Brasilia empfehlen.

Diese Handkaffeemühlen sind eine gute Alternative

Du suchst nach Superlativen und willst den Ferrari unter den manuellen Kaffeemühlen? Etwas mehr würdest du selbstverständlich auch ausgeben? Dann ist unser Testsieger die Comandante C40 MK3 vielleicht etwas für dich. Sie legt in Sachen Verarbeitung und Bedienung nochmal eine Schippe drauf. Alle Einzelheiten zu dem beliebten Modell erfährst du in unserem Einzeltest.

Wenn deine Kaffeemühle auch mal mit auf Reisen gehen soll, empfehlen wir dir ein leichtes und günstiges Gerät: die Groenenberg. Sie hat eine abnehmbare Kurbel, bietet gute Mahlergebnisse und lässt sich einfach reinigen. Mehr zu unserem Preis-Leistungs-Sieger liest du im Einzeltest zur Groenenberg.