Der „Siemens EQ.500 TQ505D09 integral Kaffeevollautomat“ ist mit 740 Euro* wahrlich kein Schnäppchen. Dafür macht er aber auch einiges richtig. Wir haben insgesamt fünf Kaffeevollautomaten aus der Mittelklasse getestet. Der EQ.500 integral von Siemens verpasst dabei knapp das Treppchen, sahnt aber trotzdem eine gute Bewertung ab. Was der Vollautomat alles kann und wie er sich im Test schlägt, verraten wir in diesem Einzeltest.

Vor- und NachteileSiemens EQ.500

+ Touchdisplay
+ sehr langes Kabel
+ großer Bohnenbehälter
+ viele Mahlgrade wählbar
+ viele Aromaeinstellungen möglich

Siemens Vollautomat mit einfacher Bedienung und kantigem Design

Auf den ersten Blick ist die Siemens EQ.500 ein großer schwarzer Kasten. Auch der Milchbehälter ist ziemlich kantig gebaut. Doch wo er mit seiner Optik nicht überzeugt, punktet der Kaffeevollautomat mit dem gut gelösten Touchdisplay auf der Oberseite. Dort kannst du neben der Kaffeestärke unter anderem auch einen Doppelbezug einstellen. Der separate Einfüllschacht für gemahlenen Kaffee befindet sich vor dem 270 Gramm fassenden Bohnenbehälter. Der wirkt trotz des recht üppigen Volumens verhältnismäßig klein. Vorteil: Der Einfüllschacht für gemahlenen Kaffee ist herausnehmbar und lässt sich daher besonders gut reinigen. Der 1,7 Liter große Wassertank ist rund und transparent. Er passt optisch nicht wirklich zum sonst so kantigen Design. Er lässt sich aber leicht entnehmen und befüllen

Es gibt zwar eine Abstellfläche für Tassen, diese wird allerdings nicht warm und ist zudem recht klein. Das komplette Gehäuse der Siemens EQ.500 integral besteht aus Kunststoff. Durch den Kunststoffeinsatz im Abtropfgitter verkratzt dieses nicht. Das finden wir klasse! Beim Öffnen der Servicetür kannst du den Milchbehälter am Gerät lassen, dieser klappt sich mit auf. Das Kabel ist circa einen Meter lang. Im Lieferumfang ist ein Wasserfilter enthalten. Die Wasserhärte lässt sich über das Menü einstellen. Auch eine Entkalkungs- sowie Reinigungstablette liegen dem Lieferumfang bei.

Wassertank und Milchbehälter sind transparent und ermöglichen ein einfaches Ablesen des Füllstand

Getränkezubereitung leicht gemacht

Die Einrichtung des Siemens Kaffeevollautomaten ist denkbar einfach: Sprache auswählen, Wasserhärte einstellen und schon spült die Maschine. Blöderweise geht danach erstmal nichts mehr. Eine Fehlermeldung wird angezeigt. Laut Bedienungsanleitung liegt der Fehler an der Brühgruppe. Wir nehmen die Maschine vom Netz – ohne Erfolg. Als wir versuchen die Brühgruppe auszubauen, stellen wir fest, dass sie sich verkantet hat. Die Bedienungsanleitung ist da wenig hilfreich. Die Servicehotline hilft uns letztendlich weiter und wir können das Problem beheben.

Die Programmierung der Getränke ist einfach. Die Stärke und Menge kannst du bequem über das Touchdisplay, auch coffeeSelect Display genannt, einstellen. Da wo ein Milchschaumsystem verbaut ist, kommt auch schnell das Thema Hygiene auf. Selbstverständlich hat die EQ.500 ein extra Reinigungsprogramm dafür. Punkten kann auch die Kindersicherung. So verhinderst du, dass die Kleinen sich an dem Gerät zu schaffen machen. Vorne an der Front findest du Tasten für die beliebtesten Getränke: Espresso und Café Crema aber auch Kaffeegetränke mit Milch wie Cappuccino und Latte Macchiato. Weitere Getränke, wie Flat White oder Espresso Macchiato, lassen sich ebenfalls über ein separates Symbol einstellen. Die Kaffeetemperatur kannst du mithilfe des Menüs anpassen.

Auf die umfangreiche Getränkeauswahl greifst du über das Touchdisplay an der Oberseite zu

So präsentiert sich die Siemens EQ.500 im Einzeltest

Milchschaum auf Knopfdruck? Mit der Siemens TQ505D09 kein Problem. Viele andere Vollautomaten haben einen separaten Zulauf, über den der luftige Milchschaum in die Tasse fließt. Bei dem Siemens Kaffeevollautomaten kommt dieser aus dem gleichen Auslauf wie auch der Kaffee. Pluspunkte sammelt die EQ.500 für ihren beleuchteten Kaffeeauslauf. Da kannst du auch bei schummrigem Licht deinen Muntermacher ziehen. Der Siemens Kaffeevollautomat ist zusammen mit der De’Longhi Dinamica die leiseste Maschine im Test. Während der Zubereitung eines Café Crema erreicht sie 60 Dezibel und während dem Mahlen 68 Dezibel. Der Kaffeeauslauf ist von 9 auf 14 Zentimeter höhenverstellbar. Es gibt insgesamt fünf Aromastufen. Wir haben den Kaffee und Espresso mit der stärksten Einstellung bezogen. Die niedrigste Getränkemenge ist 30 Milliliter beim Espresso und die höchste 360 Milliliter beim Latte Macchiato.

Tatsächlich dauert der Espressobezug mit circa 50 Sekunden im Vergleich recht lang. Die Standardeinstellung mit 30 Millilitern fällt überraschend gering aus, wenn du die Tasse dann nicht vorgewärmt hast, kühlt dein Heißgetränk viel zu schnell ab. Wir messen mit einer hochgestellten Bezugsmenge von 40 Millilitern lediglich 54 Grad. Das ist zu niedrig. Da solltest du auf jeden Fall nachjustieren. Auch die Crema enttäuscht uns leider im Test, sie ist nicht wirklich vorhanden. Der Café Crema braucht etwas länger als eine Minute, das liegt völlig im Durchschnitt. Die Temperatur beträgt hier 60 Grad. Das könnte auch etwas höher ausfallen. Siemens verspricht mit dem iAroma System eine optimale Zubereitung und einen perfekten Geschmack. Das können wir so nicht ganz unterschreiben. Mit der Menütaste aktivierst du weitere Tasten auf dem Touchdisplay. Zudem kannst du bei Heißgetränken mit Milch die Milchmenge anpassen.

Das integrierte Milchsystem gibt den Milchschaum über den normalen Auslauf aus, wo auch der Kaffee herauskommt

Wenige Mahlgradeinstellungen dafür leicht zu reinigen

Das Mahlwerk besteht aus Keramik und ermöglicht dir das Einstellen von drei verschiedenen Mahlgraden. Das ist im Vergleich zum ein oder anderen Modell aus der Einsteigerklasse recht wenig. Auch alle anderen Vollautomaten der Mittelklasse bieten mehr Stufen. Die Standby-Zeit lässt sich im Menü festlegen. Das Gewicht des massiven Kaffeevollautomaten ist mit fast 9 Kilo zudem recht hoch. Gut finden wir, dass viele Einzelteile in die Spülmaschine dürfen. Aber selbst, wenn du sie von Hand reinigst, lassen sie sich - mit Ausnahme des Milchbehälters - gut abtrocknen. Die große Abtropfschale lässt sich einfach reinigen.

Die Front der Siemens EQ.500 lässt sich zur Reinigung oder Wartung komplett aufklappen

Fazit: Darum können wir den Siemens EQ.500 Kaffeevollautomaten empfehlen

Der Vollautomat aus dem Hause Siemens überzeugt mit seiner intuitiven Bedienung. Hier musst du nicht lange überlegen, welcher Knopf der richtige ist. Egal ob Getränkewahl, Kaffeestärke oder Menge, alles ist nur einen Fingertipp weit entfernt. Zugegeben - die Symbole der Getränke könnten etwas realistischer aussehen. Sie wirken nach unserem Geschmack fast schon wie ein Sticker. Dafür ist das Touchdisplay sehr reaktionsfreudig. Das Milchsystem ist mit zentriertem Auslauf des Vollautomaten ausgeklügelt. So musst du die Tasse nicht auf dem Abtropfgitter hin- und herschieben. Die Reinigung ist die beste im Test. Vor allem den Wassertank finden wir praktisch. Also ein Kaffeevollautomat für alle, die nicht gerne zur Einstellung des Getränks tief ins Handbuch schauen wollen.

Empfehlenswerte Alternativen zum Siemens Vollautomaten

Unser Testsieger, die De’Longhi Dinamica ECAM 350.55.B, überzeugt durch ihr Touchdisplay und die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Das gilt sowohl für die Getränke als auch für die Mahlgradeinstellungen. Mehr zu dem Top-Modell aus unserem Test erfährst du im großen Kaffeevollautomaten Test.

Auch die schicke Saeco PicoBaristo Deluxe SM5570/10 geizt nicht mit ihren Vorzügen. Neben der satten Getränkeauswahl bietet sie dir vier Getränkeprofile und eine Vielzahl an Mahlgraden. Wenn du noch mehr über die Saeco PicoBaristo erfahren möchtest, wirf einen Blick in unseren detailierten Einzeltest.

* Alle Preise Stand Dezember 2020