UpdateThermomix Alternativen im Test

Die Tester der Küchenmaschinen mit Kochfunktion
Die Tester der Küchenmaschinen mit Kochfunktion

Es muss nicht unbedingt Vorwerk sein! Wie angekündigt, haben wir uns Thermomix Alternativen von anderen Herstellern wie Krups oder Kenwood vorgeknöpft. Deren Küchenmaschinen mit Kochfunktion sind günstiger und haben sogar in manchen Punkten mehr drauf als der TM6.

TM6 und TM5 im Vergleich: Neuer Thermomix sorgt für Ärger

Damit hat keiner gerechnet: Statt nach den üblichen 10 Jahren Entwicklungszeit zwischen den Thermomix Modellen bringt Vorwerk schon nach 5 Jahren einen neuen Thermomix raus. Und prompt sorgt der neue Thermomix für Ärger. Bis vor kurzem war der Thermomix TM5 noch für 1.299 Euro erhältlich. Dass nun plötzlich ein neues Modell mit neuen Funktionen erhältlich ist, damit handelt sich Vorwerk einen ausgemachten Shitstorm ein. Unter den fröhlichen Ankündigungsvideos des Herstellers machen die Kunden ihrem Frust mit enttäuschten Kommentaren Luft.

Doch ist der neue Thermomix diesen Unmut Wert? Was entgeht den Besitzern des TM5? Vorwerk führt mit dem neuen Thermomix vor allem erweiterte Kochfunktionen ein: Karamellisieren, Sous-Vide-Garen, Anbraten – um nur einige zu nennen. Eine weitere umfassende Änderung ist, dass du die Rezepte aus dem Cookidoo Online-Kochbuch nun direkt auf dem Thermomix TM6 abrufen kannst. Wir haben uns im Thermomix Vergleich die neuen Funktionen angeschaut und diese mit einigen Rezepten getestet.

In diesen Kategorien haben wir verglichen

  • Technik und Ausstattung: Hier legen wir ein Augenmerk auf das verbesserte Betriebssystem, das Display und die integrierte Cookidoo Rezeptsammlung.
  • Funktionen: Vorwerk verpasst dem TM6 neue Kochfunktionen. Wir testen, wie sich ein Rezept durch das Anbraten verändert und probieren das Karamellisieren aus.
  • Bedienung: Der neue Thermomix hat das „Guided-Cooking“ bei neuen Rezepten vereinfacht. Die Bedienung testen wir beim Zubereiten einer Gemüsesuppe und einem Brot-Aufstrich.
  • Zubehör: Das neue Thermomix Zubehör weißt ein paar kleine aber feine Unterschiede zum Vorgängermodell auf.

Vorwerk geht mit dem Trend und erhört gleichzeitig viele Wünsche seiner Nutzer. Deshalb haben es die neuen Kochfunktionen Slow Cooking, Sous-Vide-Garen, Karamellisieren und Anbraten in den neuen Thermomix geschafft. Wir werfen einen genauen Blick auf den TM6. Wie unser Fazit ausfällt, erfährst du im Einzeltest zum neuen Thermomix.

Thermomix TM5 – Der alte Thermomix braucht sich nicht zu verstecken

Der TM5 brachte zum Start 2014 viele neue Funktionen mit, etwa das Kochen unter Anleitung und die Anbindung an die Cookidoo Rezeptsammlung. Als smarter Küchenhelfer kann das Vorgängermodell heute noch punkten. Alle Funktionen des Vorgängermodells erläutern wir dir ausführlich im TM5 Einzeltest.

Der neue und der alte Thermomix

Technik und Ausstattung – Das steckt im neuen Thermomix

Wenn du den neuen Thermomix TM6 auspackst, wird dir sofort das größere Display auffallen. Der Touchscreen ist nun auf 6,8 Zoll angewachsen. Der Drehregler ist zudem näher ans Display gerückt. Im Vergleich zwischen Thermomix TM6 und TM5 ist der Drehregler deutlich leiser. Du spürst zwar immer noch einen leichten Widerstand beim Drehen, jedoch fehlt das charakteristische Knacken. Uns gefällt das Handling beim Vorgängermodell hier etwas besser.

Der zweite große Unterschied vom Thermomix TM6 zum TM5 ist der fehlende Cook-Key. Über diesen hast du beim TM5 die Rezepte über WLAN auf den Thermomix geladen. Das ist nun nicht mehr notwendig, da WLAN und Cookidoo nun direkt im neuen Thermomix integriert sind. Wir halten das für eine überfällige Neuerung, die den TM6 auf den aktuellen Stand der Technik hebt. Insgesamt ist die Nutzeroberfläche übersichtlicher und intuitiver zu bedienen.

Das größere Display erleichtert dir die Rezeptsuche über Cookidoo

Ein träges Betriebssystem gibt Abzüge

Das Betriebssystem auf dem Thermomix scheint jedoch noch nicht ganz ausgereift zu sein. Der TM5 startet in unserem Thermomix Test minimal schneller. Beim Auswählen der Rezepte oder bei der Suche reagiert das Display nicht immer so schnell wie gewünscht. Das führt dazu, dass wir im Test manchmal ungeduldig auf das Display tippen. Wir hoffen, dass Vorwerk dem Thermomix noch ein Update verpasst, das dem Betriebssystem auf die Sprünge hilft.

Doch trotz dieses kleinen Wermutstropfens finden wir die technischen Neuerungen sehr gut. Das Laden der einzelnen Rezepte auf den Cook-Key gehört endlich der Vergangenheit an. In puncto Technik hat der TM6 also die Nase deutlich vorn.

Lautstärke: Keine hörbare Verbesserung

Vorwerk wirbt in seinen Spots damit, dass der neue Thermomix leiser sein soll. Denn gerade bei voller Leistung kann der Thermomix ein ganz schönes Getöse verbreiten. Wir haben beim Mahlen von Roggen TM5 gegen TM6 antreten lassen und mit einem Schallpegelmessgerät verglichen. Der neue Thermomix ist mit 109,7 Dezibel (dBA) nicht leiser als das Vorgängermodell mit 109,3 Dezibel (dBA). Eine Verbesserung können wir dem neuen Thermomix hier also leider nicht attestieren.

Beim Mahlen von Roggen messen wir die Lautstärke

Noch genauer Wiegen

Als weitere technische Verbesserung spendiert Vorwerk dem neuen Thermomix eine genauere Waage. Das Vorgängermodell zeigt das Gewicht in 5-Gramm-Schritten an. Wenn du Zutaten mit dem TM6 abwiegst, kannst du nun in 1-Gramm-Schritten messen. Beim Testen haben wir festgestellt, dass die neue Waage sehr sensibel reagiert.

Funktionen: Was kann der neue Thermomix

Vorwerk verpasst dem Thermomix einen ganzen Batzen neuer Kochfunktionen. Viele basieren auf der Neuerung, dass der TM6 jetzt auf 160 Grad erhitzen kann, statt wie bisher nur 120 Grad. So kannst du nun mit dem Thermomix Karamellisieren und Anbraten. Die beiden Funktionen sind allerdings nur in Kombination mit geführten Rezepten möglich.

Diese neuen Kochmodi gibt es:

  • Sous-Vide-Garen
  • Fermentieren
  • Slow Cooking
  • Vorspülen
  • Pürieren mit automatischer Geschwindigkeitserhöhung

Leider gibt es für diese bisher nur eine geringe Auswahl an Rezepten bei Cookidoo. Wenn du mehr über die einzelnen Funktionen wissen möchtest, haben wir dir diese im TM6 Einzeltest genauer erklärt.

Die neuen Funktionen in der Übersicht

Praxistest: Karamellisieren für Naschkatzen

Leckeres Karamell? Da sind wir natürlich dabei. Ein passendes Rezept für diese Funktion zu finden, gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Auf Anhieb fällt uns im Cookidoo nur ein Bonbon- und ein Soßen-Rezept in die Hände. Die Bonbons sehen sehr lecker aus und landen deshalb auf unserer Rezeptliste. Die Zubereitung ist spielend einfach: Zucker, Wasser, Sahne, Butter, Zitronensaft und Vanilleextrakt in den Topf geben, Spritzschutz auflegen und den Zucker für eine halbe Stunde karamellisieren lassen.

Wichtig bei der Zubereitung: Alle Mengenangaben müssen exakt eingehalten werden, damit das Rezept gelingt. Nachdem das flüssige Karamell fertig ist, schütten wir es zügig auf das mit Backpapier ausgekleidete Backblech. Dabei muss der Rand des Topfes direkt saubergemacht werden, damit der Deckel beim folgenden Spülprogramm auch vollständig schließen kann.

Während das Karamell auf dem Backblech abkühlt, bereiten wir das Vorspülen mit Essigwasser vor. Nach kurzem Spülen kann dann der Mixtopf unter fließendem Wasser oder in der Spülmaschine abgewaschen werden. Nach circa einer halben Stunde ist die Karamellmasse dann soweit abgekühlt, dass wir sie in Stücke schneiden können. Die fertigen Karamell-Bonbons schmecken uns sehr gut und wir können sie guten Gewissens weiterempfehlen.

Das Ergebnis vom Karamellisieren: Leckere Karamell-Bonbons

Anbraten: Neuer Geschmack auf Sparflamme

Das Anbraten haben wir mit einem Brotaufstrich Rezept getestet. Dabei werden Zwiebeln und Möhren zunächst angebraten und anschließend zerkleinert. Das Rezept ist fast identisch mit dem Möhren-Tomaten-Aufstrich für den TM5. Durch das Anbraten werden die Zwiebeln süßer und der Aufstrich schmeckt daher milder als der des TM5. Uns hat allerdings die deftigere Variante des alten Thermomix besser geschmeckt. Schade finden wir, dass das Anbraten nicht fürs manuelle Kochen zur Verfügung steht.

Diskussionswürdig ist außerdem, ob der TM6 wirklich anbrät. Denn eigentlich spricht man im Küchenjargon erst ab 180 Grad von „Anbraten“. Ein Steak scharf anbrutzeln geht mit dem neuen Thermomix also noch immer nicht.

Bedienung – Die Qual der Wahl

Beide Modelle, sowohl der TM5 als auch der TM6, lassen sich über einen Touchscreen bedienen. Beim TM5 sind Symbole wie die Waage unter dem Display angebracht, beim TM6 findest du diese bei den übrigen Modi. Durch Wischen nach links gelangst du zum Cookidoo, wo du dir bequem ein Rezept aussuchen und dann nachkochen kannst. Wenn du allerdings lieber Freestyle kochst, ist das selbstverständlich auch über den Startscreen oder durch Auswahl der gewünschten Funktion möglich. Zu den Funktionen gelangst du, wenn du auf dem Home-Bildschirm nach rechts wischst. Es gibt sogar eine extra Einstellung fürs Wasserkochen und Pürieren – ob man die braucht ist allerdings fraglich.

Der ultimative Vergleichstest: Guided-Cooking vs. manuelles Kochen

Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und den TM5 gegen den TM6 mit demselben Rezept antreten lassen: der Gemüsesuppe bianco. Mit dem TM5 haben wir manuell und mit dem TM6 mit Guided-Cooking das Rezept zubereitet. Zutaten abwiegen und in den Mixtopf geben – soweit so gut. Nun wird püriert und anschließend Butter zugegeben. Beim manuellen Kochen mussten wir die Temperatur, Mixstufe und Waage immer wieder selbst auswählen und einstellen – das kostet selbstverständlich Zeit. Nach 10 Minuten fordert der Thermomix TM6 die Zugabe von Milch, Wasser und Thymian. Weitere 10 Minuten später wird nochmals püriert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
Das Ergebnis des TM5 gefällt uns hier ein Ticken besser. Die Suppe ist etwas cremiger als beim neuen Thermomix.

Halten wir fest: Das Guided-Cooking erspart dir vielleicht etwas Zeit, heißt aber nicht, dass das Ergebnis auch zwangsläufig besser ausfallen muss. Enttäuscht waren wir, dass das automatische Erhöhen der Pürierstufen beim TM6 im Rezept nicht möglich ist. Das steht nur innerhalb des Modus „Pürieren“ zur Verfügung. Hier musst du also auch beim neuen Thermomix dabei bleiben und den Regler Schritt für Schritt hoch drehen.

Manuelles Einstellen der Optionen

Thermomix Zubehör – Sinnvoller Facelift

Beim Thermomix Zubehör hat Vorwerk einige Kundenwünsche berücksichtigt. Ganz vorne mit dabei: der neue Messbecher. Dieser sitzt nun fester im Deckel ist dafür aber auch nicht mehr durchsichtig. Wenn du den Thermomix nach dem Kochen öffnest, kann der Messbecher nicht mehr rausfallen. Hier hat Vorwerk einen nervigen Mangel des TM5 ausgebügelt.

Auch der Spatel, den du beim Kochen mit dem Thermomix ständig benötigst, hat sich verbessert. Die vordere Kante ist nun flexibel, was die Handhabung erheblich verbessert. Der Inhalt des Mixtopfes lässt sich damit einfacher entnehmen oder am Rand runterschieben. Dem Gareinsatz hat Vorwerk beim neuen Thermomix einen Deckel verpasst – das verhindert ein Überfüllen. Die Füllmenge des Mixtopfes beträgt weiterhin 2,2 Liter, die Materialzusammensetzung hat sich allerdings geändert, da der Topf nun höheren Temperaturen standhalten muss. Der Thermomix Varoma ist hingegen exakt gleichgeblieben.

Vebessertes Zubehör des Thermomix TM6

Brauche ich den neuen Thermomix?

Um diese Frage beantworten zu können, gilt es den Einsatzzweck und die Häufigkeit der Nutzung zu hinterfragen:

  • Funktionsumfang: Wenn du bereits einen Thermomix TM5 seit einiger Zeit besitzt und diesen häufig nutzt, sehnst du dich eventuell nach neuen Features. Es kann aber genauso gut sein, dass du mit dem Funktionsumfang völlig zufrieden bist und die Neuerungen sowieso nicht nutzen würdest. Falls du dich als TM5 Besitzer nur für das Sous-Vide-Garen interessierst, sind vielleicht auch Sous-Vide-Sticks interessant für dich.
     
  • Zubehör: Ja, das Zubehör wurde verbessert beziehungsweise erweitert. Ob das allerdings ein Grund für ein Upgrade ist, kannst nur du selbst entscheiden.
     
  • Preis: Der TM5 kostete noch bis vor kurzem 1.299€ - der TM6 wird beim Verkaufsstart für gerade einmal 60 Euro mehr, also 1.359 Euro, zu haben sein. Natürlich wird das alte Modell mittlerweile deutlich günstiger im Netz angeboten. Bei Vorwerk selbst kannst du den TM5 aktuell (Stand: März 2019) für 1.359 Euro inklusive zweitem Mixtopf kaufen.

Halten wir fest: Wenn dich etwa der herausfallende Becher beim TM5 schon immer gestört hat und du die neuen Funktionen des TM6 regelmäßig nutzen möchtest, lohnt sich das Upgrade. Wenn dein Budget nicht so hoch ist und du mit dem ein oder anderen Abstrich in Sachen Komfort leben kannst, legen wir dir den TM5 ans Herz. Diese Küchenmaschine mit Kochfunktion ist nach wie vor ausreichend für den Alltagsgebrauch und kann dich beim Kochen gut unterstützen.

Thermomix: Es gibt Alternativen

Du hast noch keinen Thermomix und möchtest nicht so viel Geld ausgeben? Auf GuteWahl.de haben wir die deutlich günstigeren Thermomix Alternativen anderer Hersteller getestet. Falls du auf die Kochfunktion gut verzichten kannst, dann schau dir unseren Test zu Küchenmaschinen an. Diese Geräte können ebenfalls rühren, kneten und mixen. Du suchst noch Küchenhelfer und brauchst keinen teuren Alleskönner? Getestet haben wir auch Pürierstäbe, Handrührgeräte, Zerkleinerer und Smoothie Mixer. Es geht also durchaus auch ohne Thermomix, ob nun der TM5 oder TM6.