Bohrloch finden leicht gemacht, endlich!

Bei einem Leitungssucher kommt es vor allem darauf an, dass du dir so sicher wie möglich sein kannst, wo genau du Bohren darfst. Willst du nur ein Bild aufhängen, ist die Tiefe des Bohrloches um die 1 bis 2 Zentimeter. Willst du hingegen etwas Schweres aufhängen, brauchst du eine größere Suchtiefe.  Und auf die achten wir in unserem Test ganz genau. 

Wichtige Testkriterien sind, dass die Leitungssucher das Material generell finden und zuverlässig deren Position ausmachen.  Wir haben uns als Ort zum Testen ein Kinderzimmer, einen Kellerraum und eine geflieste Duschwand ausgesucht. An diesen Wänden konnten wir Baustahl, Stromleitungen und Wasserleitungen finden. Um zu erfahren, ob das Ergebnis des jeweiligen Ortungsgerätes stimmt, haben wir Fotos vom Rohbau der Wände zur Hand genommen. Anhand dieser Fotos können wir sehen, wo genau sich welches Material befindet.

In diesen Kategorien testen wir die Leitungssucher

  • Suchmaterial: Welche Materialien lassen sich aufspüren? Wichtig ist, ob du vom Unterkonstruktionsholz bis zur ausgeschalteten Stromleitung Material erkennen kannst. 
  • Funktionalität: Hier schauen wir uns den Funktionsumfang und das mitgelieferte Zubehör an. Wichtig ist uns auch die Darstellung der Informationen auf dem Display.
  • Qualität: Hier schauen wir uns die Verarbeitung näher an. Wichtig ist uns beim Vergleich wie gut sich das Gerät auf den Untergründen bewegen lässt.
  • Messgenauigkeit: Wie genau orten die Leitungssucher das Material?

Wir testen insgesamt sechs Leitungssucher für dich 

Testsieger: Bosch Professional GMS 120

Der Leitungssucher „Bosch Professional GMS 120“ fällt besonders durch sein ansprechendes Design auf. Durch die einfache und zugleich praktische Bedienung ist er sehr schnell einsatzbereit. Seine automatische Kalibrierung und optional manuelle Kalibrierung bieten bei jedem Untergrund ein top Ergebnis. Ob der Bosch Professional GMS 120 für dich der richtige Leitungssucher ist, erfährst du im detaillierten Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Busch Truvo

Kompakt in der Bauform und ohne Display geht der Bosch Truvo" bei uns als Preis-Leistungs-Sieger aus dem Test hervor. Er beweist, dass es tatsächlich auch ganz ohne Display möglich ist, eine geeignete Stelle für das Bohrloch zu finden. Damit du lange etwas von dem Leitungssucher hast, ist eine Schutzhülle mitgeliefert. Mehr erfährst du in unserem Einzeltest.

Alle weiteren getesteten Leitungssucher im Test

In unserem Test beweisen auch die anderen Geräte unterschiedliche Stärken. Der Funktionsumfang ist bei allen im Grunde gleich. Mit einem Magnetfeld tasten sie den Untergrund ab und interpretieren das Signal. Es liegt also nahe, dass alle Modelle die gleichen Informationen erhalten. Nur wie die Leitungssucher diese auswerten, macht den Unterschied. 

Unser starker Zweiter ist der Testboy

Der Testboy TV 700” überzeugt uns und landete nur knapp auf dem zweiten Platz nach dem Bosch Truvo. Die Gehäuse Maße sind nahezu gleich mit dem Bosch Truvo und seine Funktionen sind vielfältig. Er bietet ein Display, das die Tiefe von Eisenfunden in Zentimeter anzeigen kann. Seine Prozentanzeige verrät zusätzlich, wie nahe du dem Objekt bist. Am oberen Gehäuserand gefällt uns das kleine Ampelsystem gut. Zusammengenommen bietet er damit eine sehr gute akustische und visuelle Darstellung bei der Suche nach Leitungen, Holz und Eisen. 

Nach 5 Minuten Inaktivität schaltet der Leitungssucher sich selbstständig aus, was deinen Batterieverbrauch optimiert. Er zeigt im Display aktiv an, ob er Holz, Eisen oder Strom lokalisiert hat. Zusätzlich markiert der Leitungssucher magnetisches oder nicht magnetisches Material an. Das entspricht dann den Kupfer- oder allgemein den Wasserleitungen. Für den Einsatz solltest du das Gerät in der Luft halten und dann einschalten, dann kalibriert er sich sofort automatisch. Wenn das abgeschlossen ist, hörst du einen Ton und die grüne LED leuchtet. Jetzt kannst du an der Wand arbeiten. Bei einer festgestellten Überempfindlichkeit ist eine manuelle Kalibrierung möglich. Das empfiehlt sich auch, wenn du ein Objekt in der Wand immer weiter einkreisen möchtest. 

PeakTech: Der echte Kabelfinder

Das Modell PeakTech 3435“ wollten wir in den Test einbauen, um ein Gerät im Test zu haben, das auf einem Gebiet spezialisiert ist. Für den direkten 1:1 Vergleich mit den anderen Leitungssuchern, können wir ihn nicht für die Suche nach Holz oder Wasserleitungen verwenden. 

Er bietet uns vielfältige Suchmöglichkeiten im Themenbereich Stromleitungen an. Zum Beispiel können wir feststellen, welche Steckdose über welche Sicherung im Sicherungskasten gesichert ist. Wenn dir eine Beschreibung fehlt, kannst du mit diesem Set nachträglich jede Sicherung eines Raums im Haus oder einer Wohnung nachdokumentieren

Der Vorgang ist dabei wirklich simpel. Es gibt einen Sender, der in die Steckdose beziehungsweise den Stromkreis ein Signal sendet. Die Stärke des Signals ist einstellbar, auch welche ID-Nummer das gesendete Signal haben soll. So ist es möglich, dass du gleichzeitig mehrere Signale in verschiedene Stromkreise sendest. Die Sender kannst du einzeln nachbestellen. 

Mit dem Empfängerteil, welches sogar eine kleine LED für dunkle Umgebungen mitbringt, suchst du jetzt an der Wand, Decke und Boden nach der ID-Nummer. Du kannst dir einen Ton ausgeben lassen, dessen Frequenz sich hörbar ändert, je näher du der gesuchten ID-Nummer kommst. Am Ende landest du bei der exakten Sicherung der Steckdose. So ist es auch möglich, defekte Leitungen ausfindig zu machen.

Geliefert wird alles in einem stabilen Kunststoffkoffer mit Schaumstoff im Innenraum. Alle Teile passen genau an eine Stelle. So verrutscht dir im Koffer nichts. 

Das Testen mit dem PeakTech hat wirklich Spaß gemacht, weil es viele Aufbaumöglichkeiten gibt. In der Anleitung findest du für viele Szenarien gute Vorschläge. 

Laserliner MultiFinderPlus: für den gelegentlichen Einsatz

Der „Laserliner MultiFinderPlus“ macht im Test einen guten Eindruck. Seine Handhabung ist angenehm und er ist auch schnell einsatzbereit. Hinten ist das Gerät mit Filz ausgestattet. So ist es bei glatten Untergründen kratzsicher. Jedoch ist dies auf Rauputz eher ungeschickt. Der mitgelieferte 9V Block macht das Gerät nach dem Auspacken sofort einsatzbereit.

Halte den Leitungssucher für den Einsatz in den freien Raum und schalte ihn dann ein. Die Kalibrierung führt er jetzt automatisch durch und ist kurz danach einsatzbereit. Auf der Rigipswand hat er ein paar Schwierigkeiten beim Auffinden der Unterkonstruktion. Die Wasserleitungen in der Dusche kann er zuverlässig lokalisieren und beim Baustahl in der Betonwand zeigt er schön die einzelnen Stahlstangen der Baustahlmatte an. 

Fazit: Die Qualität des Leitungssuchers ist alles in allem in Ordnung. Sein Display ist annehmbar ablesbar und die Haptik wirkt nicht billig und ist für den gelegentlichen Einsatz ausreichend.

Black + Decker 3 in 1 Detektor: der griffsicherste im Test

Beim Black + Decker 3 in 1 Detektor“ wählt der Hersteller einen ganz interessanten Ansatz beim Design. Der Leitungssucher besteht aus einem großen Griff, was die Griffsicherheit absolut top macht. Während du mit dem Leitungssucher arbeitest, musst du den Einschaltknopf durchgehend gedrückt halten. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig. Es ergibt aber sogar Sinn, wenn du das Gerät nur so lange eingeschaltet lässt, wie du es tatsächlich brauchst. Wenn du jedoch an zu verwinkelten Stellen prüfen musst, wird es schwierig mit dem ständigen Drücken des Knopfes. 

Vor dem Einschalten wählst du mit einem Schiebeschalter, was du suchen möchtest. Dann hältst du das Gerät in den leeren Raum und drückst den Einschaltknopf dauerhaft. Jetzt führt der Leitungssucher eine Kalibration aus und du kannst ihn kurz darauf direkt an die Wand halten. Die zwei Positionen reichen für (rechts) Eisen, Nichteisenmetalle und Stromleitungen. Die zweite Position (links) brauchst du für die Suche nach Unterkonstruktionsholz. 

Die Unterseite des Black + Decker ist mit Filz versehen. Das schützt die Fläche, jedoch kann sich das Filz im Rauputz verfangen. Der 9V Block wird dir mitgeliefert. Dieser findet seinen Platz direkt im Griff. In unserem Test hat er auf der Betonwand beeindruckend reaktionsstark die Eisenstangen erkannt. In der Dusche und auf der Rigipswand hat er zuverlässige Ergebnisse abgeliefert. 

Er wirkt von der Haptik eher günstiger und nicht von hoher Qualität. Sein Display ist nur frontal ablesbar. Hier kannst du von der Seite leider nicht unterscheiden, was eigentlich wirklich dargestellt wird. Durch den seitlichen Lichteinfall wird nämlich alles sichtbar, was das Display anzeigen könnte. 

Unser Praxistest: So haben wir die Leitungssucher geprüft

Für den Test war es uns wichtig, alle Produkte unter den gleichen Bedingungen zu testen. Wir haben uns eine Betonwand im Keller mit Baustahl ausgesucht. Die Betonwand ist komplett durchgetrocknet und wurde vor Jahren mit Farbe gestrichen. In der Wand ist ausschließlich Baustahl verbaut. Die sichtbare Stromleitung läuft nicht durch den Beton, sondern ist von oben und über ein Leerrohr nach außen geführt. Für die Suche nach Unterkonstruktionsholz haben wir eine Rigipswand gewählt, die mit doppelten Rigipsplatten verbaut ist. In der Rigipswand liegen auch Stromleitungen, die wir direkt mit gesucht haben. Wasserleitungen haben wir in einer Duschwand gesucht. Die Duschwanne besteht aus Porenbeton, der mit Fliesen versehen ist. Die Wand, beziehungsweise die komplette Dusche, war dabei trocken. 

Da bei jeder Suche Störquellen wie Smartphones, Schmuck und die eigene elektrostatische Aufladung die Messergebnisse verfälschen können, haben wir uns darauf vorbereitet: So haben wir Schmuck abgelegt, jeweils einen trockenen beziehungsweise durchgetrockneten Untergrund gewählt und uns geerdet. Die eigene Erdung kannst du durch Berühren von Heizkörpern erreichen oder indem du einfach die Hand auf die Wand legst, an der du gerade ein Bohrloch suchst. 

Beim Testen war uns wichtig, wie sich der Leitungssucher für die Suche konfigurieren lässt. Wie bereitet er sich selbst vor, kalibrierte er sich selbst und wie lange dauert das? Wie gut findet er das Material in der Wand und wie sicher sind wir letztlich, dass wir hier bohren dürfen? Von jeder Wand liegen uns Fotos vor, wo genau die Leitungen jeweils tatsächlich verlaufen. Wir konnten also jeden Fund direkt abgleichen und mussten nicht mutmaßen. 

In unserem Test mussten die Leitungssucher Baustahl, Holz, Wasser- und Stromleitungen aufspüren 

Achte vor dem Kauf auf deinen echten Heimwerker-Einsatzzweck

Bei unserem Test ist aufgefallen, dass gerade bei der Suche nach Stromleitungen diese am besten unter Spannung stehen sollte. Im Fehlerfall könnte es also passieren, dass du eine Stromleitung nicht findest, weil diese abgeschaltet ist und du auch gar nicht wusstest, wo man diese eventuell hätte einschalten sollen. Ausgeschaltete Stromkreise oder gänzlich abgeklemmte Leitungen finden die Geräte praktisch nicht. Ausnahme ist hier der PeakTech, der jedoch von seiner Messmethode gänzlich anders arbeitet. Er ist ein reiner Kabelfinder oder auch Kabelprüfer!  

Das Zubehör hat nicht die erste Priorität. Jedoch ist es natürlich praktisch, wenn eine Tasche beim Gerät dabei ist. So ist der Leitungssucher staubfrei und sicher gelagert.

Wichtige Fragen zum Leitungssucher

HINWEIS Lebensgefahr

An dieser Stelle sei gesagt wie gefährlich Strom ist! Du arbeitest direkt an 230V und kannst im Ernstfall schwere bis tödliche Verletzungen davon tragen. Du musst vorsichtig bei den Arbeiten an elektrischen Anlagen sein! Wenn du Zweifel an einem Ergebnis des Leitungssuchers hast, solltest du auf keinen Fall bohren. Verlasse dich also nie blind auf so ein Gerät. Vorsicht ist also das oberste Gebot. 

*Alle Preise Stand April 2020