Standbohrmaschine Test – Unsere Tischbohrmaschine Empfehlung für dich

Seit diesem Test frage ich mich, wie ich so viele Jahre ohne eine Tischbohrmaschine zurechtgekommen bin. Für mich gibt es nichts Besseres für das präzise Bearbeiten von Werkstücken. Somit wandert mein alter Bohrständer demnächst ins Regal und auf meiner Werkbank macht sich eine Tischbohrmaschine breit - oder hoch. Denn unsere Testgeräte ragen bis über einen Meter in die Höhe und benötigen eine Grundfläche von bis zu 35 x 65 Zentimetern. Du brauchst also schon etwas Platz für solch ein Gerät.

Eine Tischbohrmaschine sollte die Drehzahl exakt halten können. Das erreichst du über zwei Wege: elektronisch gesteuert oder über einen verstellbaren Riemenantrieb. Die letztere Variante erscheint uns etwas altbacken. Vor allem wenn du häufig die Drehzahl wechseln musst. Denn kleine Bohrer benötigen eine hohe Drehzahl und große eine niedrige. Eins unserer riemenangetriebenen Testgeräte hat 12 Drehzahlstufen zur Auswahl. Bei häufigem Wechseln des Bohrers kannst du da schon ins Schwitzen kommen.

Die von uns getesteten Tischbohrmaschinen finden zusammen nur knapp auf der Werkbank Platz

In diesen Kategorien testen wir die Ständerbohrmaschinen

  • Qualität: Hier bewerten wir die Leistung des Motors sowie die Verarbeitung von Gehäuse, Spindelhub und Tiefenanschlag der Tischbohrmaschinen.
  • Funktionalität: In dieser Kategorie schauen wir auf die Anzahl der Drehzahlstufen und ihre Einstellmöglichkeiten sowie die Anzeige. Ebenso überprüfen wir den Vorschub des Bohrkopfes und den Spindelhub.
  • Ergonomie: Zum Ergonomie-Check gehören alle Verstell- und Einstellmöglichkeiten des Bohrtisches, aber auch die Gesamthöhe der Tischbohrmaschine. Die ist vor allem dann wichtig, wenn du ganz oben den Riemen für die Drehzahleinstellung wechseln musst.
  • Praktische Anwendung: Hier prüfen wir, welche Leistung die Tischbohrmaschinen beim Bohren zeigen.

Testsieger: Scheppach DP18 Vario Speed Tischbohrmaschine

Unser Testsieger ist die „Scheppach DP18 Vario Speed“. Bei diesem Modell handelt es sich um eine vollelektronisch geregelte Tischbohrmaschine. Sie ist in der Lage, auch größere Werkstücke zu bearbeiten. So kannst du den ohnehin schon 24,5 x 24,5 Zentimeter großen drehbaren Bohrtisch durch eine Rollauflage um weitere 12 Zentimeter in jede Richtung verlängern. Über weitere Details informieren wir dich im Einzel-Testbericht zur Scheppach Tischbohrmaschine.

Preis-Leistungs-Sieger: Bosch PDB 40 Tischbohrmaschine

Preis-Leistungs-Sieger ist die Bosch Tischbohrmaschine „PBD 40“. Sie ist ein super Gerät zu einem guten Preis und nur knapp am Testieger vorbeigeschrammt. Der Motor wird elektronisch gesteuert. Die Drehzahl kannst du über zwei Stufen von 200 bis 850 Umdrehungen im 1. Gang und von 600 bis 2.500 Umdrehungen im 2. Gang regeln. Weitere Informationen findest du im Einzel-Testbericht zur Bosch PDB 40.

Alle weiteren Tischbormaschinen im Test

Ist es zunächst verwunderlich, dass sich keine Tischbohrmaschine mit Riemenantrieb auf den ersten beiden Plätzen wiederfindet, so zeigen die detaillierten Testergebnisse schon, dass die Elektronik bei der Drehzahlsteuerung im Vorteil ist. Eingefleischte Riemenantrieb-Fans, die gibt es tatsächlich, werden das nicht so gerne sehen. Uns hat die elektronische Drehzahlsteuerung bei der praktischen Benutzung jedoch überzeugt. Die detaillierten Ergebnisse aller weiteren vier Kandidaten im Tischbohrmaschine Test findest du hier.

Nicht zu teuer: Einhell TE-BD 750E Tischbohrmaschine

Die Einhell Tischbohrmaschine „TE-BD 750E“ ist im Vergleich ein gutes Gerät zum guten Preis. Sie hat eigentlich alles, was du zum Tischbohren benötigst. Die Drehzahl stellst du stufenlos von 450 bis 2.500 Umdrehungen über einen großen Hebel an der Seite ein. Du kannst deine Wunsch-Drehzahl bequem über ein Display oberhalb der Ein-/Ausschalter ablesen. Der Späneschutz der Einhell lässt sich zur Seite wegklappen und stellt beim Öffnen über einen Klickschalter die Maschine aus.

Der beleuchtete Bohrtisch ist sehr stabil, du kannst ihn vergrößern, indem du zwei Flügelschrauben löst und die Rollauflage nach vorne herausziehst. Allerdings liegt dabei das Werkstück nicht ganz plan auf, weil die Rolle 2 Millimeter niedriger als die Oberfläche des Bohrtisches ist. Schade, denn so wackelt das Werkstück. Den Bohrtisch der Einhell kannst du um 45 Grad zur Seite neigen, wenn du zum Beispiel ein nicht rechtwinkliges Loch bohren oder ein Werkstück schräg fräsen möchtest.

Den Tiefenanschlag stellst du mittels einer Flügelschraube und dem Skalenring hinter dem Vorschub-Drehgriff ein. Der Tisch ist mit 43 Kilogramm ziemlich schwer und steht auch ohne Befestigung recht fest auf der Werkbank.

Zu groß: Güde Tischbohrmaschine

Die „Güde GTB 20/812 R+L“ Tischbohrmaschine erlaubt, wie der Name schon sagt, Rechts- und Linkslauf. Du kannst deshalb mit entsprechendem Werkzeug verschiedene Arten der Bearbeitung durchführen, so zum Beispiel Gewinde schneiden.

Die Güde hat einen Späneschutz, den du zur Seite wegklappst. Dabei stellt sich die Maschine über einen Klickschalter aus. Das verhindert Verletzungen am schnell drehenden Bohrer. Schalter und Notausschalter funktionieren perfekt. Als einzige im Test neben der Bosch und der Scheppach verfügt die Güde über einen Laser. Dafür fehlt uns das LED-Arbeitslicht.

Die Kurbel zum Hoch- und Runterdrehen des Bohrtisches ist etwas klein geraten und deshalb mit normalgroßen Händen fummelig zu bedienen. Was uns gar nicht gefällt, ist die Einstellung der Drehzahl des Riemenantriebs. Bei einer Höhe der Tischbohrmaschine von über einem Meter auf einer Werkbankhöhe von 90 Zentimetern musst du dich gewaltig strecken oder eine Steighilfe benutzen. Sonst kannst du nicht sehen, wie du die Drehzahl einstellst. Und etwas zu sehen ist bei 12 Drehzahlstufen von 210 bis 2.500 Umdrehungen über zwei Riemen und drei Spindelrollen durchaus sinnvoll.

Kleine Schwächen, gute Details: Optimum Optidrill Tischbohrmaschine

Die Tischbohrmaschine „Optimum Optidrill B17 Pro Basic“ ist das teuerste Gerät im Test. Aber nicht unbedingt das beste. So hat zum Beispiel der Bohrtisch noch nicht einmal in der Mitte ein Loch. Wenn du ein Werkstück durchbohren willst, musst du es also immer unterfüttern. Hervorragend sind die kleinen Vorschub-Drehgriffe. Sie sind handgerecht geformt und mit einem Soft-Grip überzogen.

Die Optimum Optidrill hat keine elektronische Drehzahlsteuerung, sondern einen Riemenantrieb. Den kannst du in 5 Stufen von 500 bis 2.520 Umdrehungen umspannen. Das ist nicht schwierig. Du löst über eine Flügelmutter die Antriebswelle zum Motor und legst dann die gewünschte Drehzahl fest. An die Spindeln und Riemen kommst du gerade noch dran ohne dich verrenken zu müssen. Die Höhe des Bohrtisches verstellst du über eine leichtgängige Kurbel. Im Notfall kannst du die Optidrill B17 Pro Basic Tischbohrmaschine über einen großen Notausschalter sehr schnell stoppen.

Zierlich und billig: Zipper ZI-STB13T Tischbohrmaschine

Zunächst einmal ist es überraschend, dass die Zipper Tischbohrmaschine „ZI-STB13T“ auch recht ordentlich abgeschnitten hat. Denn die Zipper ist im Vergleich das kleinste Gerät im Test und auch das preisgünstigste. Trotzdem ist diese Tischbohrmaschine nicht Preis-Leistungs-Sieger, weil sie dann doch bei diversen Details schwächelt. Die Zipper hat einen sehr kleinen Bohrtisch von 16,5 x 16,5 Zentimetern, den du auch in Schräglage verstellen kannst, bis zu 45 Grad nach links oder rechts. Das geht allerdings etwas kompliziert über die Befestigungsschraube unter der Platte.

Es gibt keine Drehmöglichkeit für die Höhenverstellung. Du musst einfach die Klemmschraube lösen und den Tisch rauf- oder runterschieben. Das Zahnkranzbohrfutter lässt sich noch mit dem Bohrfutterschlüssel bedienen. Darüber ist ein klappbarer Späneschutz angebracht. Die Bohrspindel-Drehzahl stellst du ganz einfach ein, indem du den Keilriemen auf die Spindelrollen umlegst. Es gibt drei Rollen und zwei Riemen für 9 verschiedene Drehzahlstufen von 420 bis 2.700 Umdrehungen.

Weil die Maschine so klein ist, kannst du beim Drehzahlwechsel von oben in den Antriebskasten hineinschauen und sehen, was du tust. Der Vorschub-Drehgriff ist passend zur Maschine recht klein. Die Einstellung des Tiefenanschlags ist sehr simpel und wackelig. Dementsprechend lässt er sich auch nicht sehr genau an der Skala einstellen. Da spielt sicherlich auch der günstige Preis eine Rolle.

So haben wir die Tischbohrmaschinen getestet

Mit einer Tischbohrmaschine arbeitest du auf dem Tisch oder besser gesagt auf der Werkbank. Darum haben wir für den Test alle sechs Modelle nebeneinander auf unserer Werkbank platziert. So lassen sich die Bedienelemente der Tischbohrmaschinen perfekt miteinander vergleichen.

Ein großes Kapitel ist die Drehzahleinstellung. Bei den elektronisch geregelten Maschinen fahren wir die Drehzahl parallel ohne Werkstück hoch und anschließend mit kleinem (3 mm) und großem (10 mm) Bohrer. Entsprechend tauschen wir die Riemen bei den anderen Maschinen ebenfalls direkt nacheinander von niedriger auf hohe Drehzahl und umgekehrt. Hier spielt auch der Zeitfaktor für die Umstellung eine Rolle. Die Bohrtische und ihre Verstellung überprüfen wir parallel mit ähnlichen Werkstücken. Dadurch erkennen wir Auflagemöglichkeit und Justierbarkeit.

Im Tischbohrmaschinen Test bohren wir mit allen Geräten viele Löcher

Was muss ich bei einer Tischbohrmaschine beachten?

Eine gute Tischbohrmaschine sollte bei kompakten Maßen eine optimale Bohrtischgröße mit variablen Auflagemöglichkeiten haben. Sie muss auch ohne Befestigung sicher auf der Werkbank stehen. Aber auch die Befestigungsmöglichkeiten sollten variabel und stabil sein. Ein breites Drehzahlband ist entscheidend für vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Wir empfehlen eine Bandbreite von 300 bis 2.500 Umdrehungen, diese deckt beispielsweise die Bosch PDB 40 ab. Eine Motorleistung unter 500 Watt finden wir nicht empfehlenswert, hier fallen die Testkandidaten von Zipper und Optimum negativ auf. Der Spindelhub sollte um die 80 Millimeter liegen. Schnellspannbohrfutter sind zeitgemäßer als Zahnkranzbohrfutter wie bei Zipper. Und digitale Anzeigen der Bohrtiefe sind analogen Anzeigen vorzuziehen. Schließlich sind die Grundvoraussetzungen für eine sichere Tischbohrmaschine ein Späneschutz und der Notausschalter. Ersteres vermissen wir bei der Bosch PBD 40 und letzteres fehlt bei unseren Testkandidaten von Einhell und Zipper.

Wichtige Fragen zu Tischbohrmaschinen